Menschen kämpfen sich durch den Starkregen in New York | EPA

Ausläufer des Sturms "Ida" Mehrere Tote nach Starkregen in New York

Stand: 02.09.2021 12:30 Uhr

Bei dem massiven Unwetter im Großraum New York sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Einige waren in überfluteten Kellern eingeschlossen. Tausende Haushalte sind ohne Strom.

Im Großraum New York ist von schweren Überschwemmungen nach Starkregen heimgesucht worden. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf neun an. Der Fernsehsender NBC meldete, in New York City seien mindestens vier Menschen in überfluteten Kellern eingeschlossen worden und hätten nicht überlebt. Todesopfer werden auch aus dem benachbarten Bundesstaat New Jersey gemeldet, der ebenfalls von den Ausläufern des Tropensturms "Ida" betroffen ist.

Straßen verwandelten sich durch den starken Regen blitzschnell in Flüsse, Menschen standen teilweise knietief im Wasser. Etwa 5300 Haushalte sind ohne Strom. Für die Metropole sowie den gesamten Bundesstaat New York wurde der Notstand ausgerufen. 

"Historisches Unwetter" in New York

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "historischen Unwetter". Er forderte die Bürger auf, zu Hause zu bleiben, die Straßen für Rettungsfahrzeuge frei zu halten und sich vor allem von U-Bahn fernzuhalten. Der U-Bahn-Betrieb sei extrem eingeschränkt, zwischenzeitlich mussten sämtliche U-Bahnlinien einstellen - viele Menschen saßen in den Waggons fest.

Stärkster Regen seit Beginn der Aufzeichnungen

Es war der stärkste Regen seit Beginn der Aufzeichnungen in New York City: Innerhalb von nur einer Stunde fielen im Central Park in Manhattan rund 80 Millimeter Regen, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Diese Werte liegen weit über dem bisherigen Rekord von 49 Millimetern in 60 Minuten, der - aufgestellt im Zuge des Tropensturms "Henri" - auch erst rund eine Woche alt war. Bislang ist der Sommer 2021 der regenreichste in der New Yorker Geschichte.

Ein Video von UNICEF-Sprecher Joe English zeigte den Queens Boulevard im gleichnamigen Stadtteil, der so überflutet war, dass Fahrgäste in einem Linienbus auf die Sitze steigen mussten. Auch in eine U-Bahnstation drang Wasser mit der Kraft einer Springflut ein, wie Bilder zeigten.

Spiele der US Open verschoben

Das Extremwetter traf dabei auch die gerade stattfindenden US Open und die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber, deren Spiel verschoben wurde. In das Louis-Armstrong-Stadion, in dem Kerber am Mittwochabend ihr Zweitrundenspiel gegen Anhelina Kalinina aus der Ukraine bestreiten sollte, regnete es trotz Dachs seitlich so stark hinein, dass der Spielbetrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden musste.

Das Turniergelände in Flushing Meadows war teilweise überflutet, so dass Tausende Besucher entweder Schutz suchen oder durchs Wasser waten mussten.

Ein Mann verlässt im Starkregen den Tennis Court bei den US Open in New York | EPA

Nichts geht mehr bei den US-Open. Der Regen war so stark, dass das Tennisturnier abgebrochen werden musste. Bild: EPA

Millionen Menschen in Louisiana ohne Strom

"Ida" war zuvor noch mit Hurrikan-Stärke über die Golfküste hinweggezogen. Nach jüngsten Zählungen kamen dort sechs Menschen ums Leben. Ganze Ortschaften wurden verwüstet, die Schäden gehen in die Milliarden. Der Gouverneur des Bundesstaats Louisiana, John Bel Edwards, bat um Hilfsgüter und Unterstützung für Millionen Menschen, die von Stromausfällen betroffen sind, sowie für etwa 600.000 Menschen, die auch keinen Zugang zu Trinkwasser haben.

Am Freitag will sich US-Präsident Joe Biden ein Bild von der Lage machen. "Ida" weckt Erinnerungen an den Hurrikan "Katrina", der vor 16 Jahren in der Stadt New Orleans schwerste Schäden anrichtete. Damals starben rund 1800 Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2021 um 12:00 Uhr.