Passanten gehen durch den Starkregen am Billie Jean King National Tennis Center in New York. | EPA

Ausläufer von Hurrikan "Ida" Notstand wegen Starkregens in New York

Stand: 02.09.2021 11:35 Uhr

Vollgelaufene U-Bahn-Stationen, durch Straßen treibende Autos und ein neuer Regenrekord: Ein Unwetter hat in New York zu Überflutungen geführt. New York und angrenzende Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Ausläufer der Hurrikans "Ida" haben zu Starkregen und Überflutungen in der US-amerikanischen Metropole New York und im benachbarten Bundesstaat New Jersey geführt. Mindestens sieben Menschen kamen nach Angaben aus Polizeikreisen und übereinstimmenden Medienberichten ums Leben.

In New Cork City verwandelten sich Straßen in Flüsse, Menschen standen teilweise knietief im Wasser und sämtliche U-Bahnlinien mussten den Dienst zwischenzeitlich einstellen - viele Menschen saßen in den Waggons fest.

Notstand in New York City

Bürgermeister Bill de Blasio rief den Notstand aus: "Wir erleben heute Abend ein historisches Wetterereignis mit Rekordregen in der ganzen Stadt, brutalen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen", schrieb er bei Twitter. Die Menschen sollten in Häusern Schutz suchen und nicht auf die Straße gehen, um den Rettungskräften die Arbeit zu ermöglichen. "Bleiben Sie weg von der U-Bahn. Halten Sie sich von den Straßen fern. Fahren Sie nicht in dieses schweren Überschwemmungen", so de Blasio weiter. Etwa 5300 Haushalte seien ohne Strom.

Die Stadt New York verhängte zudem eine Reisesperre bis fünf Uhr am Donnerstagmorgen (Ortszeit). "Alle Nicht-Notfallfahrzeuge müssen sich außerhalb der Straßen und Autobahnen von NYC befinden", teilte die Stadt bei Twitter mit.

Auch Bundesstaaten New York und New Jersey betroffen

Kurz darauf zog der Bundesstaat New York nach: "Ich rufe den Ausnahmezustand aus, um New Yorkern zu helfen, die vom Sturm heute Nacht betroffen sind", schrieb Gouverneurin Kathy Hochul auf Twitter. "Bitte halten Sie sich von den Straßen fern und vermeiden Sie alle unnötigen Fahrten."

Auch im Bundesstaat New Jersey gilt inzwischen der Notstand.

Stärkster Regen seit Beginn der Aufzeichnungen

Es war der stärkste Regen seit Beginn der Aufzeichnungen in New York City: Innerhalb von nur einer Stunde fielen im Central Park in Manhattan rund 80 Millimeter Regen, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Diese Werte liegen weit über dem bisherigen Rekord von 49 Millimetern in 60 Minuten, der - aufgestellt im Zuge des Tropensturms "Henri" - auch erst rund eine Woche alt war. Bislang ist der Sommer 2021 der regenreichste in der New Yorker Geschichte.

Ein Video von Unicef-Sprecher Joe English zeigte den Queens Boulevard im gleichnamigen Stadtteil, der so überflutet war, dass Fahrgäste in einem Linienbus auf die Sitze steigen mussten. Auch in eine U-Bahnstation drang Wasser mit der Kraft einer Springflut ein, wie Bilder zeigten.

US Open unterbrochen

Das Extremwetter traf dabei auch die gerade stattfindenden US Open und die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber, deren Spiel verschoben wurde. In das Louis-Armstrong-Stadion, in dem Kerber am Mittwochabend ihr Zweitrundenspiel gegen Anhelina Kalinina aus der Ukraine bestreiten sollte, regnete es trotz Dachs seitlich so stark hinein, dass der Spielbetrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden musste. Auch das Gelände in Flushing Meadows war teilweise überflutet, sodass Tausende Besucher entweder Schutz suchen oder durchs Wasser waten mussten.

Einige Stunden vor dem Starkregen hatten die Behörden in New York und seinem Umland vor schweren Unwettern, lebensgefährlichen Überflutungen und sogar Tornados gewarnt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. September 2021 um 07:24 Uhr.

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Moderation 02.09.2021 • 13:14 Uhr

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