Amy Mack zündet Kerzen an einer Gedenkstätte im Veteran's Park für die Opfer an, nachdem ein Geländewagen am Sonntag in eine Weihnachtsparade gerast war, bei der mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. | dpa

Vorfall bei US-Weihnachtsparade Mutmaßlicher Täter wegen Mordes angeklagt

Stand: 24.11.2021 04:33 Uhr

Ein achtjähriger Junge ist nach dem blutigen Vorfall bei einer Weihnachtsparade im US-Bundesstaat Wisconsin seinen Verletzungen erlegen. Damit steigt die Opferzahl auf sechs. Der mutmaßliche Täter wurde des Mordes angeklagt.

Der mutmaßliche Täter, der mit einem Geländewagen in eine Weihnachtsparade in den USA gerast war, ist des fünffachen Mordes angeklagt worden. Das erklärte die Staatsanwaltschaft während einer Gerichtsanhörung in der Kleinstadt Waukesha im US-Bundesstaat Wisconsin.

Weil inzwischen ein Kind seinen Verletzungen erlegen sei und es damit sechs Todesopfer gebe, werde die Anklage wohl noch erweitert werden. Zudem könnten wegen der rund 60 Verletzten, von denen einige noch in Lebensgefahr schwebten, weitere Anklagepunkte folgen, sagte eine Staatsanwältin.

Achtjähriger Junge ist sechstes Todesopfer

Der für die Kaution zuständige Justizbeamte, Kevin Costello, legte die zu hinterlegende Summe für den Angeklagten Darrell B. angesichts von dessen Vorstrafen aus mehreren Bundesstaaten auf fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) fest. "Die Natur dieser Tat ist schockierend", sagte er zu dem Vorfall in Waukesha.

Bei dem Kind, das laut Staatsanwaltschaft am Dienstag im Krankenhaus starb, handelt es sich einer Spenden-Webseite der Familie zufolge um einen achtjährigen Jungen, dessen zwölfjähriger Bruder ebenfalls verletzt worden war. Dieser solle am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen werden, hieß es dort.

Tatverdächtigem droht lebenslange Haft

Im Fall eines Schuldspruchs würde dem 39-jährigen Tatverdächtigen für jeden der fünf Anklagepunkte lebenslange Haft drohen. Nach dem Recht des Bundesstaats Wisconsin wird ihm "absichtliche Tötung ersten Grades" zur Last gelegt. Das entspräche im deutschen Recht am ehesten dem Tatbestand des Mordes.

Das zuständige Kinderkrankenhaus im nahegelegenen Milwaukee bestätigte den Tod des Jungen und erklärte, 13 Kinder würden derzeit noch behandelt. Sechs davon schwebten in Lebensgefahr. Zwei verletzte Kinder seien bereits am Montag entlassen worden.

Langes Vorstrafenregister

Der mutmaßliche Täter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Vorstrafen, war bereits inhaftiert und muss sich auch noch in anhängigen Verfahren vor der Justiz verantworten. Er war erst wenige Tage vor dem Zwischenfall wegen eines tätlichen Angriffs festgenommen worden und kurz darauf gegen 1000 US-Dollar Kaution freigekommen.

Aus welchem Grund der Geländewagen am Sonntag bei dem Weihnachtsumzug in die Menschenmenge gesteuert wurde, ist noch immer nicht bekannt. In der Anklageschrift werden zwei Polizeibeamte, die vor Ort waren, mit der Aussage zitiert, das Fahrverhalten des Täters lasse darauf schließen, dass er absichtlich in die Menge gefahren sei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2021 um 05:30 Uhr.