Ein gemaltes Porträt auf einer Wand in Port-au-Prince erinnert an den verstorbenen Präsidenten Jovenel Moïse. | AP

Nach Präsidentenmord in Haiti Weiterer Verdächtiger in Jamaika festgenommen

Stand: 23.10.2021 10:38 Uhr

Anfang Juli wurde Haitis Präsident Moïse in seinem Haus erschossen. Nach Angaben der Justiz sollen rund 20 ausländische Söldner an dem Mord beteiligt gewesen sein. Einer von ihnen wurde nun in Jamaika festgenommen.

In Jamaika ist ein weiterer Verdächtiger im Fall des vor wenigen Monaten ermordeten haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse festgenommen worden. Bei dem Mann handle es sich um einen ehemaligen kolumbianischen Militäroffizier, teilten die kolumbianischen Behörden mit.

Die Justiz in Haiti wirft ihm vor, einer von rund 20 ausländischen Soldaten zu sein, die an der Ermordung Moïses in dessen Haus in Port-au-Prince beteiligt gewesen sein sollen. Sie sollen sich als Agenten der US-Anti-Drogenbehörde DEA ausgegeben haben.

Interpol fahndete nach dem Verdächtigen

Nach Angaben des kolumbianischen Polizeichefs Jorge Vargas war nach dem Verdächtigen mit einer internationalen Fahndung der Polizeibehörde Interpol gesucht worden. Nun erfolge das Auslieferungsverfahren an Haiti.

Präsident Moïse war am 7. Juli in seinem Haus in Port-au-Prince von einem Mordkommando erschossen worden. Seine Frau überlebte schwer verletzt. Der Mord an dem Präsidenten hat den ohnehin von Kriminalität, Korruption, politischer Instabilität und großer Armut geprägten Karibikstaat in eine noch tiefere Krise gestürzt.

Im Zuge der Ermittlungen waren bereits 18 kolumbianische Staatsbürger sowie zwei US-Bürger mit haitianischen Wurzeln festgenommen worden. Drei weitere mutmaßliche Angreifer wurden von den Streitkräften in Haiti getötet.  

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 09. Juli 2021 um 05:00 Uhr.