Spritzen und Ampullen eines Corona-Impfstoffes vor dem Logo des US-Herstellers Moderna | AFP

Impfstoff sei höchst wirksam Moderna will Zulassung für Kinder

Stand: 25.05.2021 16:29 Uhr

Nach BioNTech will auch Moderna für seinen Corona-Impfstoff eine Zulassung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragen. Das Vakzin schütze auch sie zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung, so die US-Firma.

Der Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna ist nach Firmenangaben auch bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren höchst wirksam. Das Vakzin habe bei einer klinischen Studie mit Teilnehmern im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, erklärte der Hersteller. Der Impfstoff sei zudem sicher und werde von Kindern und Jugendlichen gut vertragen. 

In der Altersgruppe seien "keine bedeutsamen Sicherheitsbedenken identifiziert" worden, so das Unternehmen. Noch sind die Ergebnisse aber weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal veröffentlicht.

Antrag auf weltweite Zulassung

Moderna will aufgrund der neuen Erkenntnisse Anfang Juni bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und bei Behörden weltweit Anträge für eine Zulassung des Impfstoffs mRNA-1273 für diese Altersgruppe stellen. "Wir sind ermutigt dadurch, dass mRNA-1273 (in der Studie) sehr wirksam darin war, Covid-19 bei Jugendlichen zu verhindern", erklärte Moderna-Chef Stéphane Bancel.

Das Moderna-Vakzin hat unter anderem in den USA eine Notfallzulassung und in der EU eine bedingte Zulassung für Erwachsene. In den USA hatte kürzlich bereits der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer eine Zulassung für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren erhalten. Bis dahin hatte der Impfstoff eine Notfallzulassung für Jugendliche ab 16 Jahren und für Erwachsene. Auch in der EU läuft ein Antrag auf eine Zulassung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.

An der Moderna-Studie nahmen 3732 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren teil, die entweder den Impfstoff oder ein Placebo erhielten. 14 Tage nach der zweiten Impfdosis betrug die Wirksamkeit 100 Prozent: Keiner der Versuchsteilnehmer, der den Impfstoff erhalten hatte, erkrankte an Covid-19. Nach der ersten Dosis betrug die Wirksamkeit laut Moderna bereits 93 Prozent. Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit jenen bei Erwachsenen: Schmerz an der Einstichstelle, außerdem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Schüttelfrost.

STIKO: Schulöffnung nicht entscheidend für Impfung

Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist die Rückkehr zum Präsenzunterricht kein entscheidender Grund für eine Impfung von Kindern. Im Vordergrund müsse die Frage stehen, wie hoch die Gefährdung der Kinder durch eine Infektion mit dem Coronavirus sei, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens im Deutschlandfunk. Auch Privatleben oder Urlaub mit den Eltern seien sekundäre Argumente, "die für sich alleine genommen keine ausreichende Begründung liefern, um jetzt alle Kinder zu impfen".

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt Schülerinnen und Schülern in Aussicht gestellt, bis Ende August ein Impfangebot zu erhalten. Die Europäische Gesundheitsbehörde EMA prüft, ob sie den BioNTech-Impfstoff für ältere Jugendliche empfiehlt. Die STIKO behält sich vor einer Empfehlung noch eine Prüfung vor. Mertens rechnet innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage mit einem Ergebnis der Beratungen. "Es kann sein, dass die STIKO den Vorstellungen der Politik nicht in allen Punkten nachkommen kann, da die Ergebnisse das unter Umständen nicht hergeben", so Mertens.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Mai 2021 um 16:20 Uhr.