Überschwemmungen in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. | AP

Neuer Bericht Meeresspiegel an US-Küsten steigt stark an

Stand: 16.02.2022 03:16 Uhr

Die Meere entlang der Atlantikküste sind im 20. Jahrhundert so schnell gestiegen wie seit 2000 Jahren nicht mehr. Ein neuer Bericht zeigt: Es werden Gebiete überschwemmt werden, in denen es das bislang nicht gab.

Der Meeresspiegel an den amerikanischen Küsten wird in den nächsten 30 Jahren so stark ansteigen wie im gesamten 20. Jahrhundert. Die großen Städte an der Ostküste werden selbst an sonnigen Tagen regelmäßig von kostspieligen Überschwemmungen heimgesucht, warnt ein Regierungsbericht, der nun von der US-Wetterbehörde NOAA und sechs weiteren Bundesbehörden veröffentlicht wurde.

Der Meeresspiegel wird danach um 0,25 bis 0,3 Meter steigen, in Teilen der US-Staaten Louisiana und Texas sogar um 0,45 Meter. "Der Anstieg des Meeresspiegels ist da", sagte Nicole LeBoeuf, Direktorin der NOAA. Der prognostizierte Anstieg ist besonders alarmierend, da die Meere entlang der Atlantikküste im 20. Jahrhundert so schnell gestiegen sind wie seit 2000 Jahren nicht mehr.

"Ganz neues Ausmaß an Überschwemmungen"

40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung lebt an der Küste. Das Schlimmste des langfristigen Anstiegs des Meeresspiegels durch das Abschmelzen der Eisschilde in der Antarktis und in Grönland werde jedoch wahrscheinlich erst nach 2100 eintreten, sagte der Ozeanograph William Sweet, der Hauptautor des Berichts.

"Die Überschwemmungen an den Küsten der USA, die wir jetzt erleben, werden in ein paar Jahrzehnten ein ganz neues Ausmaß annehmen", sagte die Geowissenschaftlerin Andrea Dutton von der University of Wisconsin-Madison, eine Spezialistin für den Anstieg des Meeresspiegels, die nicht an dem Bundesbericht beteiligt war. "Wir können diesen Güterzug aus mehr als einer Meile Entfernung kommen sehen. Die Frage ist, ob wir weiterhin Häuser ins Meer rutschen lassen."

Anstieg von einem Meter bis zum Ende des Jahrhunderts

Bis Mitte des Jahrhunderts würden "moderate" Überschwemmungen kleinere Überschwemmungen, die es in manchen Gebieten bereits regelmäßig gibt, ersetzen, warnen die Forscher. "Es werden Gebiete überschwemmt werden, in denen es bisher keine Überschwemmungen gab", sagte William Sweet. "Viele unserer großen Ballungsgebiete an der Ostküste werden zunehmend gefährdet sein."

Und das gilt nur bis 2050. Der Bericht prognostiziert einen durchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegels in den Vereinigten Staaten um etwa einen Meter - im Osten mehr, im Westen weniger - bis zum Ende des Jahrhunderts.