In dieser NASA-Illustration ist der Rover zu sehen. | AP

NASA-Rover landet auf dem Mars Auf der Suche nach Antworten

Stand: 19.02.2021 05:01 Uhr

Der NASA-Rover "Perseverance" ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. Dort nimmt er nun seine Arbeit auf. Der Job: Die Suche nach Antworten auf uralte, existenzielle Fragen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington 

Da war der Rover gelandet. "Perseverance", auf Deutsch in etwa "Beharrlichkeit", steht seit dem Abend deutscher Zeit auf der Mars-Oberfläche. Allem Anschein nach ist er nach einem komplizierten und gefährlichen Manöver durch die Mars-Atmosphäre sicher gelandet.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Erste Bilder zeigen, dass die Raumsonde den Rover genau dort abgesetzt hat, wo man von der Erde aus den Landeplatz ausgesucht hatte. "Was für ein wunderbares Team, das sich durch all die Schwierigkeiten durchgearbeitet hat", freut sich Steve Jurczyk, der amtierende NASA Chef, der das Projekt von seinem Vorgänger Jim Bridenstine übernommen hatte.

Suche nach Antworten auf uralte Frage

Mindestens zwei Erdjahre soll das eine Tonne schwere und mit Instrumenten vollgestopfte Fahrzeug mit seinen sechs Rädern die Mars-Oberfläche erkunden.

Mit neuen Instrumenten entdecken wir neue Dinge, solche, von denen wir nie gedacht hätten, dass wir sie entdecken werden.

Eine Aufgabe wird sein, die uralte Frage nach früherem Leben auf dem Mars zu beantworten. "Perseverance" wurde bewusst in einem Krater abgesetzt, der früher einmal ein See war, am Rande eines ehemaligen Flussdeltas. Dort hofft die NASA auf Felsen, die lange unter Wasser lagen und vielleicht versteinerte Reste von Leben erhalten haben. Bodenproben aus tieferen Schichten werden vom Roboterarm verpackt und abgelegt, die dann in einigen Jahren abgeholt werden sollen.

Mitarbeiter der NASA jubeln nach der erfolgreichen Landung der "Perseverance". | EPA

Mitarbeiter der NASA jubeln nach der erfolgreichen Landung der "Perseverance". Bild: EPA

Arbeit rund um die Uhr

Zunächst aber muss "Perseverance" die erste extrem kalte Nacht überstehen. "Wir können jetzt die zentralen Funktionen und die wissenschaftlichen Instrumente testen", sagt Jessica Samuels, NASA-Ingenieurin und verantwortlich für die Bodenmission. Rund um die Uhr, in mehreren Schichten, würden die Teams für und mit dem Rover arbeiten. Mit einer besonderen Herausforderung.

Der Rover wacht jeden Tag zur selben Zeit auf dem Mars auf. Auf der Erde ist das immer 40 Minuten später. So verschiebt sich die Schicht in den nächsten Wochen jeden Tag um 40 Minuten.

Das liegt einfach daran, dass ein Mars-Tag 40 Minuten länger dauert.

Ein Rover und ein Helikopter

Eine echte Neuheit verantwortet Mimi Aung: Den ersten Helikopter auf einem anderen Planeten, der morgen zum ersten Mal eingeschaltet und in ein paar Tagen geflogen werden soll.

Die Mars-Atmosphäre ist so dünn, dass nicht sicher ist, ob die Rotoren das knapp zwei Kilo schwere Gerät anheben können. Wenn, dann soll er fünf Mal für 90 Sekunden fliegen und Luftaufnahmen machen. In Zukunft könnten solche Fluggeräte den Rovern den Weg zeigen und vor allem unzugängliche Regionen erkunden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2021 um 06:24 Uhr.