Mark Kelly. | AFP

US-Zwischenwahlen Demokraten behalten Senatssitz in Arizona

Stand: 12.11.2022 09:06 Uhr

In den USA hat der amtierende Demokrat Kelly seinen republikanischen Konkurrenten in Arizona besiegt und damit seinen Sitz im US-Senat verteidigt. In Nevada holten die Demokraten bei der Wahl zum Repräsentantenhaus drei Mandate.

Die Demokraten von US-Präsident Joe Biden haben gesteigerte Chancen, nach den Zwischenwahlen ihre hauchdünne Mehrheit im Senat zu halten. Nach einem tagelangen Auszählungskrimi gelang es dem Demokraten Mark Kelly, seinen hart umkämpften Senatssitz im Bundesstaat Arizona zu verteidigen. Der ehemalige Astronaut Kelly setzte sich gegen den republikanischen Herausforderer Blake Masters durch. Damit sind die Demokraten nur noch einen Sitz von einer möglichen Senatsmehrheit entfernt.

Während Biden dem früheren Astronauten Kelly zu seiner Wiederwahl in Arizona gratulierte, räumte dessen republikanischer Rivale die Niederlage zunächst nicht ein. Der republikanische Ex-Präsident Donald Trump sprach am späten Abend gar von "Wahlbetrug", ohne Belege dafür zu nennen.

Die Kongresswahlen hatten bereits am Dienstag stattgefunden. Bei den "Midterms" in der Mitte der vierjährigen Amtszeit Bidens standen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus zur Wahl und 35 der 100 Sitze im Senat. Auch 36 Gouverneursposten und andere wichtige Ämter in den Bundesstaaten wurden neu besetzt.

Zweifel an Trumps Führungsrolle in der Partei

Der 36 Jahre alte Masters, ein Tech-Investor mit sehr konservativen Ansichten, war im Wahlkampf vom republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump unterstützt worden. Masters Niederlage in Arizona reiht sich ein in den Misserfolg diverser anderer republikanischer Kandidaten, die Trump unterstützt hatte. Ihr schwaches Abschneiden fällt auf den Ex-Präsidenten zurück und hat Zweifel an dessen Führungsrolle in der Republikanischen Partei aufkommen lassen.

Vor der Wahl war eine Erfolgswelle für die Republikaner vorausgesagt worden, und ein Debakel für die Demokraten. Doch beides blieb aus. Die Demokraten schnitten deutlich stärker ab als erwartet - auch wenn noch immer offen ist, wer künftig das Sagen im Kongress haben wird.

Drei Mandate für Demokraten in Nevada

Erfolg für die Demokraten auch in Nevada: Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus gewannen sie drei Mandate, einer ging an die Republikaner. Stand Freitagabend erhalten damit die Demokraten 201 und die Republikaner 211 Sitze in der großen Washingtoner Kongresskammer.

Die Republikaner hoffen noch darauf, den Demokraten den Senatssitz in Nevada abknöpfen zu können. Es läuft ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der demokratischen Senatorin Catherine Cortez Masto und ihrem republikanischen Gegenkandidaten Adam Laxalt. Doch am späten Freitagabend hatte Laxalt nur gut 800 Stimmen Vorsprung. Sollten die Demokraten den Sitz verteidigen, wäre ihre Senatsmehrheit gesichert.

Die Auszählung in Nevada dauert länger als in anderen Staaten, weil dort seit einer Wahlrechtsänderung von 2020 auch Briefwahlstimmen mitgezählt werden, die den Poststempel vom Wahltag haben und erst vier Tage danach eintreffen. Einer der Demokraten, die ihre Sitze verteidigten, Steven Horsford, sagte, dies sei eine "wichtigsten Wahlen unseres Lebens gewesen". Einer der unterlegenen Republikaner, Mark Robertson, sagte, er werde nicht wie Ex-Präsident Donald Trump 2020 das Wahlergebnis anzweifeln.

Stichwahl in Georgia

In Georgia kommt es am 6. Dezember zu einer Stichwahl zwischen dem demokratischen Senator Raphael Warnock und seinem republikanischen Herausforderer Herschel Walker, weil keiner der beiden Kontrahenten im ersten Anlauf auf mehr als 50 Prozent der Stimmen kam.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. November 2022 um 06:31 Uhr.