Ein Mann wirft beim Referendum über die Ehe für alle in der kubanischen Hauptstadt Havanna seinen Wahlzettel in einen Wahlbehälter. | AFP

Ergebnis der Volksabstimmung Kuba stimmt für die Ehe für alle

Stand: 26.09.2022 18:44 Uhr

In Kuba kommt die Ehe für alle: Bei einem Referendum stimmte am Sonntag eine Mehrheit für Reformen, die vor allem homosexuellen Paaren mehr Rechte zusprechen. Die Regierung hatte intensiv für die neuen Regelungen geworben.

In Kuba hat eine Mehrheit der Bevölkerung für eine Reform des Familiengesetzes gestimmt - und damit den Weg für die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern geebnet.

Bei der Abstimmung haben sich laut vorläufigem Ergebnis fast 66,9 Prozent aller Teilnehmenden für das umfassende Paket verschiedener Gesetzesänderungen ausgesprochen. Das teilte die Präsidentin des Wahlrats, Alina Balseiro Gutiérrez, mit. 33,1 Prozent haben demnach gegen die Reformen gestimmt. Insgesamt hätten sich mehr als 6,25 der knapp 8,45 Millionen stimmberechtigten Kubanerinnen und Kubaner am Sonntag an dem Referendum beteiligt - und damit etwa 74 Prozent der auf dem Inselstaat lebenden Bevölkerung. Gewählt werden konnte ab einem Alter von 16 Jahren.

Auch Adoption für Homosexuelle künftig legal

Zentraler Punkt der Gesetzesnovelle ist die Legalisierung der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Zudem ist auch die Leihmutterschaft für homosexuelle Paare künftig rechtmäßig, ebenso können sie in Zukunft Kinder adoptieren. Zugleich werden mit den neuen Regelungen die Rechte nicht-biologischer Eltern gestärkt sowie die Rechte von Kindern und Senioren. Zudem sehen die Reformen ein härteres Vorgehen gegen geschlechterspezifische Gewalt vor.

Das Parlament hatte bereits im Juli der Erneuerung des von 1975 stammenden Familiengesetzes zugestimmt. Seitdem hatte die kubanische Regierung breit für die Gesetzesnovelle geworben, unter anderem mit Kampagnen in den staatlichen Medien und in sozialen Netzwerken.

Politisches Umdenken gegenüber LGBTQ

Nach der Revolution von 1959 stand die kubanische Regierung Homosexualität feindlich gegenüber. Homosexuelle wurden diskriminiert, verloren ihren Arbeitsplatz und wurden in den 1960er-Jahren für "Umerziehungsmaßnahmen" in Straflager gesteckt.

Die heutige Regierung vertritt jedoch - besonders in Person von Mariela Castro, der Tochter des Ex-Präsidenten Raúl Castro und Chefin des Zentrums für sexuelle Erziehung - eine fortschrittliche Haltung, was die Rechte der LGBTIQ-Gemeinde betrifft. Widerstand gegen die Reformen kam vorrangig vonseiten der katholischen Kirche.