Regierungsgegner protestieren in der kubanischen Hauptstadt Havana. | AFP

Proteste in Kuba Biden unterstützt Demonstranten

Stand: 12.07.2021 18:46 Uhr

US-Präsident Biden hat den Demonstranten in Kuba die Unterstützung der USA zugesichert: Seine Regierung stehe an ihrer Seite, erklärte er. Russland warnte indes vor jeglicher "Einmischung von außen" in dem kommunistischen Land.

Nach den Protesten in Kuba hat US-Präsident Joe Biden seine Unterstützung für die Demonstranten bekundet. Seine Regierung stehe an der Seite der Kubaner, die sich nach Freiheit und einem Ende "der jahrzehntelangen Unterdrückung und des wirtschaftlichen Leids" sehnten, erklärte er. "Die Vereinigten Staaten rufen das kubanische Regime auf, in diesem entscheidenden Moment seinem Volk zuzuhören und auf seine Bedürfnisse einzugehen, anstatt sich selbst zu bereichern."

"Die Vereinigten Staaten unterstützen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Kuba und würden jede Gewalt oder Vorgehen gegen friedliche Demonstranten, die ihre universellen Rechte ausüben, scharf verurteilen", schrieb Sicherheitsberater Jake Sullivan auf Twitter.

Moskau warnt vor internationaler Einmischung

Russland warnte vor jeglicher "Einmischung von außen" in dem kommunistischen Land. "Wir halten eine Einmischung von außen in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates oder destruktive Handlungen, die die Destabilisierung der Situation auf der Insel fördern würden, für inakzeptabel", erklärte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums. 

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel forderte, dass die Souveränität seines Landes respektiert werde. "Wenn sie die Revolution bezwingen wollen, müssen sie über unsere Leichen gehen", hatte er am Abend zuvor in einer Fernsehansprache gesagt. Das Volk sei zur Verteidigung der Revolution auf die Straße gegangen, twitterte die Parteizeitung "Granma".

In Kuba waren am Sonntag Tausende Menschen im ganzen Land gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die Strom- und Lebensmittelknappheit, die infolge der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 30 Jahren auf Kuba herrscht. 

Regierung sieht USA hinter den Protesten

Präsident Díaz-Canel machte von den USA gesteuerte Provokateure und die gegen sein Land verhängten US-Sanktionen für die Missstände verantwortlich. In einer TV- und Radioansprache warf er der US-Regierung vor, eine "Politik zur Erstickung der Wirtschaft" in Kuba zu verfolgen, um "soziale Unruhen" im Land zu provozieren.

Die Corona-Pandemie führte dazu, dass mit dem Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Karibikinsel einbrach. Durch die unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verschärften Sanktionen wird es für Exil-Kubaner zudem immer schwieriger, Geld nach Kuba zu schicken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Juli 2021 um 14:00 Uhr.