Menschen mit Masken warten in einem Raum auf eine Impfung  | dpa

Corona-Pandemie Kuba impft Kleinkinder und will öffnen

Stand: 07.09.2021 08:06 Uhr

Als erstes Land der Welt beginnt das sozialistische Kuba mit Impfungen von Kindern ab zwei Jahren - mit eigenen Vakzinen. Das Land will im November die Grenzen öffnen. Dann sollen 90 Prozent der Menschen geimpft sein.

Kuba hat als erstes Land der Welt mit der Coronavirus-Impfung für Kleinkinder begonnen. Am Montag begannen die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen für die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen. Die Kinder erhalten die in Kuba entwickelten Corona-Impfstoffe Abdala und Soberana, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings nicht anerkannt werden. Seit Freitag schon werden Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

Schulen waren die längste Zeit zu

Wegen der Pandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag begann nun das neue Schuljahr - am Fernseher, weil nur wenige Haushalte in dem kommunistisch regierten Karibikstaat einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, wenn bis dahin alle für eine Corona-Impfung in Frage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfung erhalten haben.

Derzeit läuft für die Menschen in Kuba eine intensive Impfkampagne. Bis zum Monatsende sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner, die den Schutz erhalten können, mindestens einmal mit einem der drei in dem Land selbst hergestellten Stoffe geimpft werden.

Öffnung der Grenzen ab Mitte November

Kuba geht davon aus, dass bis Mitte November dann 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein werden - ab dem 15. November sollen die Grenzen schrittweise öffnen. Das geht aus einem Schreiben hervor, das das kubanische Tourismusministerium Mintur veröffentlicht hat. Bis dahin sollen auch die hygienischen Schutzbestimmungen für die Einreise flexibilisiert werden.

Durch den Verlust von Tourismuseinnahmen aufgrund der Pandemie hat die kubanische Wirtschaft schweren Schaden genommen. Die Tourismusbranche erwirtschaftet etwa zehn Prozent des Bruttosozialprodukts des sozialistischen Inselstaates.

Mit die höchste Inzidenz in Lateinamerika

Die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante hat Kubas Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze gebracht. Von den insgesamt rund 5700 Todesfällen durch die Pandemie wurde fast die Hälfte allein im August registriert. In den vergangenen Wochen infizierten sich täglich 8000 bis 9000 Menschen. Damit ist Kuba einer der lateinamerikanischen Staaten mit der höchsten Inzidenz.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. September 2021 um 03:30 Uhr.