Gustavo Petro legt bei einer Zeremonie in Bogotá den Amtseid als Präsident Kolumbiens ab. | EPA

Kolumbien Petro tritt Amt als Präsident an

Stand: 08.08.2022 00:47 Uhr

Im Juni setzte sich Gustavo Petro in einer Stichwahl knapp gegen seinen Konkurrenten durch - nun legte der 62-Jährige in Bogotá den Amtseid ab. Er ist damit der erste linksgerichtete Präsident des südamerikanischen Landes.

Kolumbien hat erstmals einen linksgerichteten Präsidenten: Der studierte Volkswirt Gustavo Petro, der im Juni die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen den Millionär Rodolfo Hernández gewonnen hatte, legte in der Hauptstadt Bogotá seinen Amtseid ab.

"Ich schwöre bei Gott und verspreche den Menschen, die Verfassung und die Gesetze Kolumbiens gewissenhaft zu befolgen", sagte der 62-jährige Nachfolger des unbeliebten Konservativen Iván Duque bei seiner Vereidigung.

Im Präsidentschaftswahlkampf hatten vor allem politische Gegner die Jahrzehnte zurückliegende Guerillavergangenheit Petros zum Thema gemacht. Petro hatte sich in jungen Jahren der Rebellengruppe M-19 angeschlossen, später saß er fast zwei Jahre im Gefängnis. Nach seiner Abkehr vom bewaffneten Kampf war er unter anderem Diplomat in Belgien und Bürgermeister von Bogotá.

Unterstützung durch linke Mehrheit im Parlament

Seine Reformpläne umfassen höhere Steuern für Vermögende, ein Notprogramm gegen den Hunger sowie die Abkehr von Öl und Gas und die Förderung erneuerbarer Energien. Unterstützt wird er von einer linksgerichteten Mehrheit im Parlament.

Zu Petros schwersten Aufgaben wird es gehören, Geschäftsleuten, Großgrundbesitzern und Militärs die Angst vor einer linken Regierung zu nehmen. Vor der Wahl hatten viele ihrer Vertreter vor einer ähnlichen Entwicklung wie in Kolumbiens autoritär regiertem Nachbarstaat Venezuela gewarnt.

Über dieses Thema berichtete am 08. August 2022 die tagesschau um 04:41 Uhr und MDR Aktuell um 06:55 Uhr.