Joe Biden spricht während des virtuellen Klimatreffens. | EPA

Biden zur Klimapolitik Jobmotor - nicht Jobkiller

Stand: 23.04.2021 21:29 Uhr

Der Kampf gegen den Klimawandel schafft Jobs - das war die zentrale Botschaft US-Präsident Bidens. Sie war auch an die Skeptiker in den USA gerichtet. Ein Lob ging Richtung Moskau.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

"Dieser Gipfel ist ein Anfang" - so fasste US-Präsident Joe Biden die bisherigen Ergebnisse seines virtuellen Klimagipfels zusammen. Es ist der erste Schritt vor dem UN-Klimatreffen in Glasgow im November. Ein Anfang, um alle Nationen auf den Weg zu bringen in eine "blühende und nachhaltige Zukunft", so Biden.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Gestern hatten sich die 40 Staats- und Regierungschefs mehrheitlich darauf geeinigt, dass schädliche Treibhausgase so schnell und so drastisch wie möglich gesenkt werden müssten.

Biden betont die Chancen

Am zweiten Gipfeltag ging es eher darum, wie das Ganze geschehen soll, welche wirtschaftlichen Chancen darin liegen und welche technischen Innovationen notwendig sind.

Biden wurde dabei nicht müde zu wiederholen, welche Möglichkeiten er im Kampf gegen den Klimawandel sieht. "Dies ist eine Gelegenheit, Millionen gut bezahlter Jobs in innovativen Branchen zu schaffen. Jobs, die mehr Lebensqualität und Menschenwürde in jeder Nation bringen."

Die innenpolitische Perspektive

Umweltschutz also ohne auf wirtschaftliche Entwicklung zu verzichten. Mit diesem Argument will der US-Präsident nicht nur die anderen Staaten mit ins Boot holen, sondern vielmehr seine innenpolitischen Gegner - die Republikaner - überzeugen.

Für viele Konservative in den USA ist Klimaschutz, etwa der Ausstieg aus der Kohleindustrie, nach wie vor ein Jobkiller. Bidens Botschaft: Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist eine große Chance für Wirtschaftswachstum.

"Wenn wir in Klima-Widerstandsfähigkeit und Infrastruktur investieren, schaffen wir neue Möglichkeiten für jeden", so Biden. Er betonte außerdem, wie wichtig Wissenschaft und Forschung seien, um saubere und innovative Energien zu entwickeln.

Biden lobt Putin

Besonders erfreut zeigte sich der US-Präsident über das Entgegenkommen des russischen Regierungschefs Wladimir Putin in der Klimafrage. Putin hatte erst vor ein paar Tagen seine Teilnahme am Klimagipfel zugesagt.

Ich war sehr beeindruckt von Präsident Putins Rede gestern. Von seiner Bereitschaft bei der Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen zusammenarbeiten zu wollen. Die USA freuen sich darauf, mit Russland und anderen Ländern zusammenzuarbeiten.

Ein Mangel an Willenskraft?

John Kerry, der Klimabeauftragte der USA, hatte zuvor Investitionen von historischem Ausmaß angekündigt, um die globalen Auswirkungen der Klimaveränderungen aufzufangen. Allerdings läge es bei einigen Nationen nicht an einem Mangel an Fähigkeit, sondern eher an einem Mangel an Willenskraft, etwas zu bewegen, merkte Kerry an.

Zurück im Klima-Team

Die USA haben ohne Zweifel wieder eine Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel übernommen. In den nächsten neun Jahren beabsichtigt die US-Regierung, ihre Treibhausgase um die Hälfte zu reduzieren. Bislang ist dies allerdings nur eine Absichtserklärung.

Ob Präsident Biden dieses Versprechen halten kann, wird sich spätestens im Jahr 2030 herausstellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. April 2021 um 17:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Olivia59 23.04.2021 • 23:52 Uhr

Erfolgs-Beurteilung

"Ob Präsident Biden dieses Versprechen halten kann, wird sich spätestens im Jahr 2030 herausstellen." Das wäre ihm sicher lieb, wenn erst nach seiner Amtszeit Bilanz gezogen werden würde. Mittels Trendanalyse ist es aber einfach und plausibel, bereits innerhalb von 2-3 Jahren festzustellen, ob seine Bemühungen zielführend sind. Wenn man sich den bisherigen Verlauf, auch unter Obama, ansieht ist das Vorhaben nicht nur sportlich sondern illusorisch. "https://www.eike-klima-energie.eu/2019/03/20/emissionen-der-usa-und-der-eu-sind-im-vergleich-zu-globalen-emissionen-unbedeutend/"