Ein Besucher sieht sich im John F. Kennedy Presidential Museum and Library in Boston einen Film zu von Robert F. Kennedy an | REUTERS

Mehr als 50 Jahre in Haft Mörder von Robert Kennedy kommt nicht frei

Stand: 14.01.2022 08:55 Uhr

Auch nach mehr als 50 Jahren bleibt der Mörder von Robert Kennedy - dem Bruder von Ex-Präsident John F. Kennedy - in Haft. Ein Bewährungsausschuss hatte seine Freilassung auf Bewährung empfohlen, der kalifornische Gouverneur lehnte diese aber ab.

Der seit mehr als fünf Jahrzehnten inhaftierte Mörder des US-Politikers Robert F. Kennedy kommt nicht auf Bewährung frei. Entgegen dem Rat einer Bewährungskommission hat der Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien die bedingte Freilassung von Sirhan Sirhan, dem Mörder von Robert Kennedy, abgelehnt.

Der Gouverneur von Kalifornien Gavin Newsom | REUTERS

Gouverneur Gavin Newsom hat die Freilassung auf Bewährung des Mörders von Robert Kennedy abgelehnt. Sirhan sei immer noch eine "Bedrohung". Bild: REUTERS

Noch immer eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit"

Gouverneur Gavin Newsom ist laut einer Erklärung der Ansicht, dass der 77-Jährige immer noch eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" darstelle und sich weigere, "seine Verantwortung für dieses Verbrechen zu übernehmen". "Die Ermordung von Senator Kennedy durch Mr. Sirhan gehört zu den bekanntesten Verbrechen in der amerikanischen Geschichte", erklärte er. "Nach Jahrzehnten im Gefängnis hat er die Fehler, die ihn zur Ermordung von Senator Kennedy veranlasst haben, immer noch nicht behoben." Sirhan fehle es an der "nötigen Klarheit, um ihn davon abzuhalten, die gleichen gefährlichen Entscheidungen wie in der Vergangenheit zu treffen".

Der in Jerusalem geborenen Palästinenser Sirhan Sirhan war 1969 des Mordes an dem Senator von New York, dem jüngeren Bruder des fünf Jahre zuvor ermordeten US-Präsidenten John Fitzgerald Kennedy, für schuldig befunden worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Robert Kennedy am 5. Juni 1968 in Los Angeles erschossen hatte - nur wenige Stunden, nachdem dieser die Vorwahlen in Kalifornien zur Kür des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten gewonnen hatte. Die US-Justiz ging von Kennedys pro-israelischer Haltung als Motiv des damals 24 Jahre alten Täters aus.

Sirhan Sirhan | AP

Seit 53 Jahren sitzt Sirhan Sirhan für den Mord an dem US-Politiker Robert F. Kennedy im Gefängnis. Bild: AP

Sirhan wurde zum Tode verurteilt, doch 1972 wurde seine Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Im August 2021 stimmte die kalifornische Bewährungskommission schließlich der Entlassung von Sirhan Sirhan aus dem Gefängnis zu, nachdem sie diese zuvor 15 Mal abgelehnt hatte. Die letzte Entscheidung liegt jedoch beim Gouverneur.

Kennedy-Witwe erleichtert über Newsom-Entscheidung

Ethel Kennedy (93), die Witwe von Robert F. Kennedy, und sechs ihrer insgesamt elf Kinder zeigten sich in einer gemeinsamen Mitteilung "zutiefst erleichtert" über Newsoms Entscheidung.

Zwei Kennedy-Söhne hatten sich dagegen für Sirhans Freilassung ausgesprochen. Robert F. Kennedy Jr. schrieb im August in einem Brief an das Bewährungsgremium, dass er glaube, sein Vater hätte Sirhans beeindruckende Rehabilitation anerkannt, wie die "Los Angeles Times" berichtete. Douglas Kennedy erklärte demnach, Häftlinge sollten freigelassen werden, wenn sie nicht länger eine Bedrohung für sich oder andere darstellten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. Januar 2022 um 07:51 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sisyphos3 14.01.2022 • 17:07 Uhr

15:31 Uhr von Sisyphos3

Ist das ein Plädoyer dafür, Strafgefangene möglichst früh in die Bewährung zu entlasssen? Ist es eher ein Plädoyer dafür, die Haftbedingungen zu verschärfen. Billiges Wasser und Brot statt teues Fleisch - -------- . Haben wir heute den Tag der Unterstellungen . ich stellte lediglich fest dass die Unterbringungen von Häftlingen Geld kostet zum Beitrag "Luxusleben für Strafgefangene"