Das US-Kapitol in Washington. | REUTERS

USA Acht Monate Haft für Kapitol-Angreifer

Stand: 19.07.2021 21:40 Uhr

Sie drangen in das Kapitol ein, brachen Büros auf, fünf Menschen starben: Rund ein halbes Jahr nach dem Sturm auf das US-Kapitol wurde einer der Täter zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Strafmaß könnte andere Prozesse beeinflussen.

Rund sieben Monate nach der Erstürmung des US-Kapitols in Washington durch Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ist in Florida ein Mann zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Der 38-Jährige aus Florida hatte eingeräumt, in das Kapitol eingedrungen zu sein und die Arbeit des Kongresses behindert zu haben, berichtete unter anderem die Zeitung "Washington Post". Demnach handelt es sich bei diesem Fall um das erste Verfahren eines Schwerverbrechens im Zusammenhang mit der Erstürmung. Beobachtern zufolge könnte die Entscheidung auf die Verurteilung weiterer Randalierer Einfluss haben, etwa auf das Strafmaß.

Auf Gewalt vorbereitet

"Die Symbolik dieser Tat war unmissverständlich", zitierte die Zeitung den Richter am Bundesbezirksgericht, Randolph D. Moss. Der Täter habe bei einer der schlimmsten Episoden in der Geschichte der USA eine Rolle gespielt. Das sei kein Protest gewesen, sagte Moss, sondern ein Angriff auf die Demokratie. "Es hat einen Fleck hinterlassen", so der Richter.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine 18-monatige Haftstrafe für den Mann gefordert. Als besonders schwerwiegend sah sie an, dass der 38-jährige mit Ausrüstung wie Schutzbrille sehr weit in die Räume des Kapitols eingedrungen sei, um den friedlichen Machtübergang zu stören. Er sei auf Gewalt vorbereitet gewesen, das unterscheide ihn von anderen, die sich hätten mitreißen lassen. Der Richter hielt dem Mann zu Gute, dass er früh gestanden und erklärt hatte, seine Tat zu bereuen.

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, unter ihnen ein Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende des Verfahrens wurde der Republikaner jedoch freigesprochen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2021 um 23:38 Uhr.