Die Statue von Thomas Jefferson im Rathaus von New York. | AP

New York City Jefferson-Statue wird aus Rathaus entfernt

Stand: 19.10.2021 17:38 Uhr

Der dritte Präsident der USA soll mehr als 600 Sklaven gehabt haben. Der Stadtrat von New York hat deswegen entschieden, eine Statue von Jefferson aus dem Rathaus zu entfernen. Was mit ihr passieren soll, ist noch unklar.

Von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Seit mehr als 100 Jahren steht die überlebensgroße Figur von Thomas Jefferson im Ratssaal der New Yorker City Hall. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Vorstöße gegeben, die Jefferson-Statue zu entfernen. Sie wurden jedoch immer wieder abgeschmettert.

Peter Mücke ARD-Studio New York

Doch jetzt ist es soweit: Einstimmig hat der Stadtrat die Verbannung der Nachbildung der berühmten Bronze-Statue des US-Gründungsvaters im Washingtoner Kapitol aus dem New Yorker Rathaus beschlossen. Was mit ihr passieren soll, ist allerdings unklar. Ursprünglich sollte sie in den Räumen der New York Historical Society aufgestellt werden.

Man wolle jedoch keine vorschnellen Entscheidungen treffen, um keinen Präzedenzfall für die 700 weiteren Kunstwerke zu schaffen, die möglicherweise in Zukunft auch noch entfernt werden müssten, sagte die Chefin der städtischen Design-Kommission. Das sorgte für Verärgerung bei einigen Abgeordneten.

US-Gründervater hatte mehr als 600 Sklaven

Jefferson repräsentiere "einige der beschämendsten Seiten in der langen und facettenreichen Geschichte unseres Landes", sagte die afroamerikanische Stadträtin Adams.

Der dritte Präsident der Vereinigten Staaten und Hauptautor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung hatte mehr als 600 Sklaven. Zusammen mit einer Sklavin hatte er zudem sechs Kinder.

Die Debatte um Statuen in und vor öffentlichen Gebäuden der Stadt war durch die Black Lives Matter-Proteste wieder aufgeflammt. So war zuletzt die Entfernung einer Reiterstatue des früheren US-Präsidenten Theodore Roosevelt am Eingang des New Yorker Naturkundemuseums beschlossen worden.