US-Präsident Biden nach einer Rede im Weißen Haus zum Stand des Impfprogramms. | REUTERS

Kampf gegen Corona in den USA Bald Impfangebot an alle Erwachsenen

Stand: 07.04.2021 01:11 Uhr

Laut US-Präsident Biden bekommen alle Erwachsenen im Land ab Mitte April ein Anrecht auf eine Corona-Impfung. Damit zog er seine bisherige Zielvorgabe für das Impfprogramm um knapp zwei Wochen vor.

Die Impfungen gegen das Coronavirus sollen in den USA noch schneller vorankommen. Präsident Joe Biden kündigte nach dem Besuch eines Impfzentrums an, dass sich alle Erwachsenen schon ab dem 19. April impfen lassen könnten. Zugleich warnte er, die Nation sei mit Blick auf die Pandemie noch nicht über den Berg. "Wir sind noch immer in einem Wettrennen um Leben und Tod gegen das Virus", sagte Biden im Weißen Haus. Dabei verwies er auf neue Varianten des Virus.

Bislang war geplant, dass die Einzelstaaten ab dem 1. Mai allen Erwachsenen eine Impfung ermöglichen müssen. Der Präsident hatte erst in der vergangenen Woche erklärt, dass 90 Prozent aller erwachsenen US-Bürger ab dem 19. April einen der drei zugelassenen Impfstoffe erhalten könnten. Niemand solle dafür einen Weg von mehr als acht Kilometern in Kauf nehmen müssen.

Jeder vierte Erwachsene bereits voll geimpft

Die Änderung gebe jenen Amerikanern, die noch nicht geimpft worden seien, die Sicherheit, dass ab dem 19. April ein Anspruch bestehe, sagte Pressesprecherin Jen Psaki. Das Weiße erklärte, fast jeder Dritte Amerikaner und mehr als 40 Prozent der Erwachsenen hätten bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Fast jeder Vierte Erwachsene sei bereits voll geimpft.

Gleichzeitig erteilte das Weiße Haus Vorschlägen für einen staatlichen Corona-Impfausweis in den USA eine Absage. Bidens Sprecherin, Jen Psaki, sagte, die Regierung unterstütze kein "System", das von US-Bürgern das Mitführen einer Impfbestätigung verlange. "Es wird keine Impfdatenbank auf Bundesebene und keine Anordnung der Bundesregierung geben, dass jeder einen einheitliche Impfnachweis erhalten muss."

Private Unternehmen könnten der Idee einer Impfbestätigung aber nachgehen, sagte Psaki, etwa für Sportveranstaltungen in Stadien. Dabei müsse aber die Privatsphäre geschützt werden. Auch dürfe es keine "Diskriminierung" geben. Die Regierung wolle dazu Richtlinien entwerfen, sagte die Biden-Sprecherin.

Hoffnung auf baldige Rückkehr zur Normalität

In den USA weckt das schnelle Tempo bei Corona-Impfungen Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom stellte am Dienstag eine mögliche Aufhebung der Corona-Beschränkungen ab dem 15. Juni in Aussicht. Dies gelte allerdings nur, wenn die Impfkampagne weiter vorankomme und die Infektionszahlen nicht ansteigen.

"Wir können jetzt damit beginnen, unser Leben nach der Pandemie zu planen", erklärte der Politiker von Bidens Demokratischer Partei. "Das Licht am Ende des Tunnels war nie heller." Zahlreiche Bundesstaaten wie Texas haben ihre Corona-Beschränkungen bereits aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. April 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.