Jawan Williams und sein Sohn beim Befüllen von einem Sandsack im Großraum von New Orleans,USA. | AP

US-Südküste vor Hurrikan Louisiana rüstet sich für "Ida"

Stand: 29.08.2021 09:00 Uhr

Über Kuba zog "Ida" bereits hinweg, nun bewegt sich der Hurrikan mit Wucht auf die USA zu. Besonders hoch ist die Gefahr für Louisiana und die Metropole New Orleans. Inzwischen hat der Sturm die Kategorie 4 erreicht.

Die US-Küstenregionen am Golf von Mexiko rüsten sich gegen Hurrikan "Ida". Louisianas Gouverneur John Bel Edwards forderte alle Menschen auf, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Er mobilisierte die Nationalgarde und erklärte den Notstand, um auf zusätzliche Hilfe zurückgreifen zu können.

Auf den Autobahnen bildeten sich lange Staus, an einigen Tankstellen konnten Anwohner und Urlauber kein Benzin mehr tanken. Der Ölkonzern Exxon Mobil Corp reduzierte die Produktion in seiner Raffinerie in Baton Rouge auf die Hälfte seiner Kapazität von 520.000 Barrel pro Tag, berichteten Personen, die mit dem Betrieb der Anlage vertraut sind. Ähnliche Maßnahmen ergriffen die Energiekonzerne Phillips 66 und PBF Energy Inc.

Aufruf aus New Orleans

In der gesamten Region deckten sich viele Menschen mit Vorräten und Trinkwasser sowie mit Benzin für Fahrzeuge und Generatoren ein oder füllten Sandsäcke. Auch Krankenhäuser, die ohnehin mit der vierten Corona-Welle bereits stark ausgelastet sind, bereiteten sich vor.

"Hurrikan 'Ida' stellt eine direkte Bedrohung für die Menschen in New Orleans dar", erklärte Bürgermeisterin LaToya Cantrell. Wegen des schnell herannahenden Sturms gebe es keine Zeit mehr, die Evakuierung der ganzen Stadt anzuordnen. Sie ordnete daher nur die Evakuierung besonders gefährdeter Gebiete an, die außerhalb der Hochwasserdämme liegen. Alle Bürger seien aufgerufen, sich schon vor der Ankunft des Sturms an einen geschützten Ort zu begeben.

209 Kilometer pro Stunde

Inzwischen entwickelte sich "Ida" auf seinem Weg in Richtung des US-Staats Louisiana zu einem Wirbelsturm der Kategorie 4. Seine Windgeschwindigkeiten betragen nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrum (NHC) bis zu 209 Kilometer pro Stunde.

Ein solches Sturmsystem löst in der Regel "katastrophale Zerstörung" aus. An Teilen der Küste Louisianas sei mit einer "lebensgefährlichen" Sturmflut von bis zu 4,5 Metern Höhe zu rechnen, warnte das NHC. Für die Lagunen Lake Borgne und für Lake Pontchartrain sei mit gut zwei bis drei Metern zu rechnen.

Zahlreiche Hubschrauber verlegt

US-Präsident Joe Biden ließ sich von der Katastrophenschutzbehörde FEMA über den Sturm informieren und forderte alle Bürger auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die FEMA habe bereits 500 Einsatzkräfte sowie Wasser- und Lebensmittelvorräte und Generatoren in die Region geschickt, erklärte er. Die Küstenwache brachte für Rettungseinsätze 18 Hubschrauber und zahlreiche Boote in die Region.

"Ida" war am Freitag als Wirbelsturm der Stufe eins von fünf über den Westen Kubas hinweggezogen. Dort hatte "Ida" nach Berichten staatlicher Medien Stromausfälle verursacht, außerdem stürzten Bäume um. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, in der Hauptstadt Havanna wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt. "Ida" ist bereits der vierte Atlantik-Hurrikan der Saison.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. August 2021 um 23:17 Uhr.