Zerstörte Häuser nach Hurrikan Ida | AP

Hurrikan in den USA Nach "Ida" heißt es aufräumen

Stand: 31.08.2021 18:07 Uhr

Zwei Tage nach "Ida" wird deutlich, welche Zerstörungen der Sturm vor allem im US-Bundesstaat Louisiana hinterlassen hat. In vielen Regionen werden die Menschen lange keinen Strom haben.

Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

"Noch nie hat es das Haus so geschüttelt wie diesmal", erzählt eine Frau in Louisiana, die Hurrikan "Ida" ausgesessen hat, so wie die Stürme davor. Diesmal aber ist es schlimmer gekommen, das Dach zerstört, um sie herum ist ihr Wohngebiet ein Trümmerfeld. "Ich wohne hier schon mein ganzes Leben, habe all die Stürme erlebt. Es sollte ja schlimm werden, aber dass es so nah kommen würde, hatte ich nicht erwartet."

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Am Tag zwei nach "Ida" wird das Ausmaß der Zerstörung wirklich deutlich. Bei "Katrina" vor genau 16 Jahren war es das Wasser, das die Zerstörung anrichtete, diesmal war es der Wind, der alles in den Schatten stellte, was die Region in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Ganze Vororte seien laut Gouverneur John Bel Edwards unbewohnbar. Viele hätten auch noch Wasser in ihren Häusern. Am Montag musste man mit Booten ausfahren, um Menschen von ihren Dächern zu retten. Allem Anschein nach seien inzwischen alle in Sicherheit. Trotzdem glaubt der Gouverneur, dass es bei der Zahl von vier Toten nicht bleiben wird.

Nach dem Sturm kommt die Hitze

Der Sturm ist weg, jetzt kommt die Hitze, heißt es im Wetterbericht. 39 Grad heute und tropisch schwül. Klimaanlagen aber laufen nicht, weil es für mehr als eine Million Menschen keinen Strom gibt. Der Mast einer wichtigen Versorgungsleitung ist in den Mississippi gestürzt. Problematischer noch ist, dass in den USA der Strom traditionell überirdisch in die Häuser kommt. 3000 Kilometer Leitungen sind zerrissen oder liegen am Boden. Sie zu reparieren, wird Wochen dauern. Auch für die Industrie.

Umgestürzte Stromleitungen in Metairie (Louisiana, USA) | AP

Umgestürzte Stromleitungen in Metairie (Louisiana, USA). Bild: AP

"Uns hat es sehr hart getroffen", sagt Chett Chiasson, Chef des Ölhafens von Port Port Fourchon südwestlich von New Orleans. Genau hier traf Hurrikan "Ida" auf Land, hatte die größte Wucht. "Wir haben keinen Strom, und das wird für lange Zeit so sein. Wir haben auch kein fließendes Wasser", so Chiasson. Der Hafen wird für Wochen geschlossen sein, nur werden hier 90 Prozent des amerikanischen Rohöls aus dem Golf von Mexiko angelandet. "Da fehlt in den nächsten Tagen so viel Öl auf dem Markt, dass die Preise in die Höhe gehen werden", sagt Chaiasson. "Die Preise gehen hoch, weil wir Tag für Tag zwischen 16 und 20 Prozent des Ölbedarfs unseres Landes verarbeiten."

Der nächste Sturm droht bereits

"Ida" hat sich inzwischen zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt und zieht mit Sturm und Regen nach Norden über die USA. Morgen erreicht es Washington und New York. Bis zu 200 Liter regnet es auf den Quadratmeter, Straßen werden überflutet. Es ist der Höhepunkt der Hurrikan-Saison und das Wasser im Atlantik sehr warm. Tropensturm "Kate" wird die USA wohl verschonen, während vor der Westküste Afrikas ein Tiefdruckgebiet beste Chancen hat, zu Tropensturm "Lars" zu werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. August 2021 um 17:00 Uhr.