76. Sitzung der UN-Generalversammlung am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York | dpa

Vereinte Nationen Resolution gegen Holocaust-Leugnung

Stand: 21.01.2022 07:06 Uhr

Israel und Deutschland hatten einen Vorschlag bei den Vereinten Nationen eingebracht, um das Leugnen und Verzerren des Holocaust zu bekämpfen. Die Generalversammlung nahm die Resolution an, nur der Iran distanzierte sich davon.

Die UN-Generalversammlung hat eine Resolution gegen das Leugnen und Trivialisieren des Holocaust angenommen, die Israel und Deutschland gemeinsam eingebracht hatten. Nur der Iran distanzierte sich von der Resolution.

Mitgliedstaaten, UN-Organisationen und Unternehmen sind mit der Resolution dazu aufgefordert, Bildung, Forschung und Erinnerung an den Holocaust zu fördern. Betreiber sozialer Netzwerke sollen aktive Maßnahmen ergreifen, um Antisemitismus und das Leugnen und Verzerren des Holocaust zu bekämpfen. Es soll leichter werden, derartige Inhalte zu melden.

Wannseekonferenz als Schlüsselereignis des Holocaust

Israel und Deutschland hatten die Resolution anlässlich des 80. Jahrestags der Wannseekonferenz eingebracht. Am 20. Januar 1942 hatten NS-Funktionäre in einer Villa am Berliner Wannsee darüber beraten, bis zu elf Millionen Juden in Europa zu vernichten und systematisch zu ermorden. Die Wannseekonferenz gilt als Schlüsselereignis des Holocaust.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und der israelische Außenminister Jair Lapid begrüßen den Beschluss der UNO. Er zeige, "dass die Leugnung des Holocaust ein Thema ist, bei dem die internationale Gemeinschaft zusammensteht und mit einer Stimme spricht".

Baerbock und Lapid: "Pervertierung der Geschichte"

Die Außenminister der beiden Länder schreiben in einer gemeinsamen Erklärung, sie seien besorgt über die "dramatische Zunahme von Leugnung, Verfälschung und Revisionismus des Holocausts" und darüber, dass aktuell Vergleiche zwischen gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen und der Shoah gezogen werden.

"Derartige Vergleiche sind eine Pervertierung der Geschichte", schreiben Baerbock und Lapid. "Erinnerung und Bildung im Zusammenhang mit dem Holocaust zu fördern, sowie Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen, sind Prioritäten für unsere Regierungen und unsere Gesellschaften."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2022 um 23:36 Uhr.