Michael Douglas | dpa

Hollywood gegen Ukraine-Krieg Stars in Blau-Gelb

Stand: 01.03.2022 22:08 Uhr

Sean Penn dreht einen Dokumentar-Film über den russischen Einmarsch, Stars zeigen sich mit der blau-gelben Flagge der Ukraine: Auch in Hollywood sind viele entsetzt über Russlands Angriff auf die Ukraine.

Hollywood zeigte sich am Wochenende in blau-gelb, voller Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Viele Stars hatten bei der Verleihung der SAG-Awards kleine ukrainische Fahnen am Anzug-Revers. Auf der Bühne nutzen manche Gewinner die Bühnenpräsenz für Statements, so wie Brian Cox, der mit dem Ensemble der HBO-Show "Succsession" ausgezeichnet wurde.

Was mich wirklich beunruhigt, ist das, was in Russland mit meinen Schauspielerkollegen, Künstlern und Kritikern geschieht. Man sagt ihnen unter Androhung von Hochverrat, dass sie kein Wort über die Ukraine sagen dürfen. Und das finde ich ziemlich schrecklich. Ich denke, wir sollten alle zusammenstehen und auch für die Menschen in Russland eintreten, denen nicht gefällt, was vor sich geht, insbesondere für die Künstler. Ich denke, wir sollten sie wirklich gemeinsam feiern und hoffen, dass sie tatsächlich einen Wandel vollziehen können. Denn ich glaube, sie können es.

Solidaritätsbekundungen und Spenden

Die Schauspieler Michael Keaton und Jessica Chastain thematisierten den Konflikt, hoben heraus, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, als ehemaliger Schauspieler, einer von ihnen sei. Und nicht wenige Stars haben auch persönliche Verbindungen in die Ukraine. Schauspielerin Mila Kunis zum Beispiel ist in der Ukraine geboren, ihr Mann Ashton Kutcher schrieb auf Twitter, er stehe an der Seite der Ukraine.

Manche Stars nutzen ihren Einfluss zum Spenden sammeln. Blake Lively und Ryan Reynold wollen jede Spende an das UN-Flüchtlingshilfswerk verdoppeln - bis zu einer Million Dollar. Angelina Jolie, die sich ebenfalls für die UN engagiert, rief zu Spenden auf, um die vielen Geflüchteten versorgen zu können. 

Sean Penn | AP

Dreht Doku über den russischen Einmarsch: Hollywood-Schauspieler Sean Penn Bild: AP

"Symbole für Mut und Prinzipien"

Andere sind mit vollem Einsatz dabei: Etwa Sean Penn, der in die Ukraine gefahren ist und einen Dokumentarfilm über den russischen Angriff dreht. Penn hatte als Filmemacher offenbar das richtige Gespür - bereits November hatte er die Ukraine besucht und Vorbereitungen zum Filmen getroffen. In einem Statement vor ein paar Tagen positionierte er sich eindeutig zu dem Konflikt und der Rolle der USA.

Es ist bereits ein brutaler Fehler, bei dem Menschen sterben und Herzen brechen. Wenn er nicht nachgibt, glaube ich, dass Herr Putin einen äußerst schrecklichen Fehler für die gesamte Menschheit begangen haben wird. Präsident Selenskyj und das ukrainische Volk sind zu Symbolen für Mut und Prinzipien geworden. Die Ukraine ist die Speerspitze für den Traum von Demokratie geworden. Wenn wir zulassen, dass sie alleine kämpft, ist unsere amerikanische Seele verloren.

Der Unterhaltungskonzern Disney reagierte und will erst einmal keine neuen Filme mehr in russischen Kinos zeigen. Und der Verband der amerikanischen Fernseh- und Radiostationen NAB rief am Dienstag dazu auf, Programme mit Verbindungen zur russischen Regierung nicht mehr auszustrahlen. Dies könnte Radio Sputnik betreffen, das zum Teil Inhalte für Radiosender in Washingtons, Kansas City und Missouri zur Verfügung stellt.