Zahlreiche Helfer schaffen mit schwerem Gerät Trümmer weg. | dpa

Hauseinsturz in Florida Suche nach Überlebenden dauert an

Stand: 28.06.2021 19:49 Uhr

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses bei Miami suchen Retter weiter nach Überlebenden. Bis zu 151 weitere Menschen könnten sich im Gebäude befunden haben. Derweil wurde eine weitere Leiche gefunden.

Vier Tage nach dem Teileinsturz eines Hochhauses in Florida geht die Suche nach Überlebenden weiter. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf zehn. "Heute Morgen haben wir eine weitere Leiche geborgen", sagte die Verwaltungschefin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava, bei einer Pressekonferenz.

Der Verbleib von insgesamt 151 Menschen ist demnach weiterhin ungeklärt. Es handelt sich nach Behördenangaben um eine Liste an Personen, die sich potenziell zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Haus aufgehalten haben könnten. Cava betonte, die Suche nach ihnen gehe unvermindert weiter.

Mehrere Brände gelöscht

Derzeit seien sechs bis acht Team ständig am Trümmerberg im Sucheinsatz - mit Spürhunden, Spezialkameras, Horchinstrumenten und schwerem Gerät. Die Retter wechselten sich mit Hunderten weiteren Helfern ab, die in Bereitschaft blieben. Regen behinderte die Arbeiten, aber immerhin seien Brände gelöscht worden, die die Rettungsarbeiten erschwert hatten.

Andy Alvarez von der Feuerwehr Miami-Dade sagte dem Sender ABC, Retter hätten bereits einige Hohlräume gefunden, größtenteils im Keller und in der Tiefgarage. Man versuche verzweifelt, weitere solche Räume zu finden. Kräne hätten gewaltige Betonbrocken vom Trümmerhaufen gehievt.

NASA-Gerätschaft im Einsatz

Zu den Spezialgeräten, mit denen die Retter hantierten, gehörte ein Mikrowellenradar der Raumfahrtbehörde NASA und des Heimatschutzministeriums, das Lebenszeichen auch noch hinter 20 Zentimeter dickem Beton wahrnehmen kann. Es reagiere auf Atem- und Herzgeräusche, sagte Adrian Garulay, dessen Unternehmen die Geräte vertreibt.

Der als Champlain Towers South bekannte Wohnkomplex aus den 1980er-Jahren mit rund 130 Wohneinheiten war in der Nacht zu Donnerstag teilweise eingestürzt. Die Ursache ist weiter unklar.

Am Wochenende war ein von einer externen Firma verfasster Inspektionsbericht aus dem Jahr 2018 öffentlich geworden, in dem Experten mehrere Mängel - darunter auch größere strukturelle Mängel am Beton des Gebäudes - aufgelistet hatten. Ob diese in einem Zusammenhang mit dem Einsturz stehen könnten, blieb offen.

Cava versprach erneut, man werde der Ursache für das Unglück auf den Grund gehen. Der Fokus liege derzeit aber auf der Suchaktion.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juni 2021 um 14:00 Uhr.