Brennender Wald und Rauch | AFP

US-Bundesstaat Oregon Das Feuer frisst sich durch ganze Landstriche

Stand: 19.07.2021 11:19 Uhr

Windböen, eine Dürreperiode und heiße Temperaturen erschweren den Kampf der Feuerwehr gegen die Brände im US-Staat Oregon. Das Feuer hat bereits mehr als 1200 Quadratkilometer vernichtet.

Unberechenbare Windböen und ausgedörrte Wälder haben den Einsatzkräften den Kampf gegen den größten Flächenbrand in den USA erschwert. Das sogenannte Bootleg-Feuer vernichtete im Staat Oregon bereits mehr als 1200 Quadratkilometer - ein Gebiet von der Größe von Los Angeles. Die Flammen loderten kurz hinter der nördlichen Grenze von Kalifornien.

67 Häuser und 100 weitere Gebäude brannten nieder

Meteorologen sagen für die Region Gewitter voraus. "Bei den sehr trockenen Bedingungen hat jedes Gewitter das Potenzial, neue Brände zu entfachen", warnte der Nationale Wetterdienst bei Twitter.

Tausende Menschen wurden bereits aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Mindestens 67 Häuser und 100 weitere Gebäude brannten nieder, viele andere sind in Gefahr. In der Region herrscht seit Wochen extreme Trockenheit bei gleichzeitig hohen Temperaturen.

Stromversorgung bedroht

Das "Bootleg- Feuer" bedroht derzeit auch die Stromversorgung des Nachbarstaats Kalifornien. Die Flammen kappten die Stromleitungen - die Behörden rufen die Menschen deswegen auf, möglichst viel Strom zu sparen.

Nicht nur die Brände drohen die Stromversorgung zu verknappen. Der Lake Meade am Hoover-Staudamm in Nevada ist auf einem historischen Tiefstand. Kein oder wenig Wasser heißt dann aber auch: kein Strom.

Die Feuerwehren erklärten im Juli, die Bedingungen ähnelten denen, die normalerweise erst im Spätsommer oder frühen Herbst anzutreffen seien.

Auch Nordkalifornien betroffen

In Nordkalifornien breitete sich unterdessen das sogenannte Dixie-Feuer in steilem Gelände aus, das für die Einsatzkräfte schwerer zu erreichen war. Die Behörden erließen neue Anordnungen zur Evakuierung. Der Brand nordöstlich von Paradise erfasste bisher 74 Quadratkilometer. In dem Ort kamen 2018 bei einem verheerenden Waldbrand 85 Menschen ums Leben.

Südlich von Lake Tahoe vernichtete das Tamarack Fire 74 Quadratkilometer Wald und Buschland. Der Fernwanderweg Pacific Crest Trail wurde geschlossen, ein geplantes Motorradrennen durch die Sierra Nevada abgesagt.

"Klimawandel ist sichtbar"

Klimaforscher sagen, dass der Klimawandel an der Westküste derzeit sichtbar sei - in Form von Hitzewellen und einer langen Dürreperiode, meint auch Wetterexperte Eric Boldt von der US Wetter- und Klimabehörde: "Jede Person kann jetzt helfen und wenigstens Wassersparen. Indem das Gras nicht mehr gewässert oder der Rasen aus dem Garten entfernt wird, man kann kürzer Duschen - wir können mit vielen alltäglichen Dingen helfen."

Mitte der Woche sollen die Temperaturen wieder etwas zurückgehen. Doch dies ist nur eine kurze Verschnaufpause. Denn die Dürre ist ein langanhaltendes Problem - und sie wird auch für noch mehr Brände sorgen, da sind sich die Experten einig.

Mit Informationen von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles