Ampullen mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech. | dpa

Coronavirus-Pandemie USA lassen Vakzin für Auffrischungen zu

Stand: 23.09.2021 03:13 Uhr

Die USA haben den ersten Corona-Impfstoff für Auffrischungen zugelassen. Das Vakzin von BioNTech und Pfizer kann nun für Drittimpfungen bei Personen über 65 Jahren und einigen anderen Gruppen verwendet werden.

Die USA haben einen ersten Corona-Impfstoff für Auffrischungen zugelassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Personen über 65 Jahre, Erwachsene mit hohem Risiko für eine schwere Erkrankung sowie für Personen in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko. Diese können sich sechs Monate nach der zweiten Impfung nun eine dritte Dosis spritzen lassen.

Zu den Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko zählte die FDA unter anderem "Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrer und Kindertagesstättenpersonal, Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften und in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen".

Streit um Sinnhaftigkeit von Drittimpfungen

Wann die Empfänger der Impfstoffe Moderna und Johnson & Johnson für eine Auffrischung dran kommen, ist derzeit noch unklar. Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem ein Expertengremium der FDA sich vergangenen Freitag dafür ausgesprochen hatte. Eine grundsätzliche Auffrischungsimpfung für alle ab einem Alter von 16 Jahren lehnten die Mitglieder der unabhängigen Impfkommission entgegen den Plänen der US-Regierung jedoch ab. Sie verwiesen unter anderem auf mögliche Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen.

US-Experten sind sich in der Frage der Sinnhaftigkeit von Booster-Impfungen nicht einig. Befürworter argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Vakzine. Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen der Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen - in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

US-Präsident Joe Biden hatte erst am Mittwoch die Spende von 500 Millionen weiteren Impfdosen an ärmere Länder zugesagt. BionNTech und Pfizer wollen die Impfdosen zu Vorzugspreisen liefern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. September 2021 um 05:09 Uhr.