Ein Mitarbeiter inspiziert Dosen des Impfstoffes von BioNTech und Pfizer (Archivbild). | AP

Empfehlung von US-Experten Auffrischungsimpfungen nur ab 65 Jahren

Stand: 18.09.2021 02:23 Uhr

Ein Expertengremium der US-Gesundheitsbehörde FDA hat sich gegen Auffrischungsimpfungen für die meisten Menschen ausgesprochen. Für Senioren über 65 und Angehörige von Risikogruppen würde dies aber Sinn ergeben.

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von BioNTech/Pfizer nur für ältere Menschen und Risikogruppen. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern kam am Freitag nach stundenlanger Diskussion zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Für Senioren über 65 und Angehörige von Risikogruppen würde eine dritte Dosis aber Sinn ergeben, hieß es.

US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist. Zuletzt hatten aber auch Forscher im Fachmagazin "The Lancet" Zweifel an Corona-Auffrischungsimpfungen für alle geäußert: "Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen", hieß es dort.

Impfstoff lieber weltweit verteilen

Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zugute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind.

Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern über Auffrischungsimpfungen für alle nachgedacht wird, während anderswo noch kaum jemand geimpft ist. Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. September 2021 um 06:00 Uhr.