Nationalgardisten vor dem Kapitol in Washington | AP

Warnung des FBI Sorge vor Gewalt bei Biden-Vereidigung

Stand: 15.01.2021 08:05 Uhr

Kommende Woche wird Joe Biden als US-Präsident vor dem Kapitol in Washington vereidigt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. 7000 Nationalgardisten sind bereits in der Stadt. Das FBI warnt vor Gewaltakten.

Wegen potenzieller Gewaltakte rund um die Vereidigung des künftigen Präsidenten Joe Biden in der kommenden Woche ist die US-Bundespolizei in Alarmbereitschaft. Derzeit sei in großem Umfang "besorgniserregendes Online-Gerede" über mögliche Aktionen rund um die Amtseinführung zu beobachten, sagte FBI-Chef Christopher Wray.

Darunter seien Aufrufe zu bewaffneten Protesten. Die Hinweis würden analysiert und auf ihr tatsächliches Bedrohungspotenzial hin untersucht.

"Wir sind besorgt über das Gewaltpotenzial bei mehreren Protesten und Kundgebungen, die in den kommenden Tagen hier in DC und vor Parlamentsgebäuden in den Bundesstaaten geplant sind", betonte Wray.

Bewaffnete könnten in die Nähe von Regierungsgebäuden oder gewählten Personen gelangen. Das FBI habe eine bedeutende Menge an Informationen, die es andere Behörden weiterreiche.

Mehr als 200 Verdächtige

Mehr als 200 Verdächtige seien bereits identifiziert worden, die womöglich Aktionen nach dem Vorbild der Krawalle im und am Kapitol planten, erklärte der FBI-Direktor bei einem Treffen der Chefs mehrerer Sicherheitsbehörden mit Vizepräsident Mike Pence.

An die Adresse möglicher Randalierer und Gewalttäter sagte Wray: "Wir wissen, wer ihr seid." Wer Gewaltakte in den kommenden Tagen plane, müsse damit rechnen, Besuch vom FBI zu bekommen.

Fünf Tote bei Krawallen in Washington

Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump waren am Mittwoch vergangener Woche gewaltsam in den Kongresssitz in der Hauptstadt Washington eingedrungen. Die Sicherheitskräfte waren dem Ansturm der Randalierer nicht gewachsen. Fünf Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

Biden soll am kommenden Mittwoch eben dort, vor dem Kapitol in Washington, vereidigt werden. Das Kongressgebäude in der US-Hauptstadt ist traditionell die Kulisse der feierlichen Vereidigung der US-Präsidenten. Per se ist die Amtseinführung eine Veranstaltung mit größtem Sicherheitsaufgebot.

In diesem Jahr gilt das angesichts der jüngsten Ausschreitungen aber in besonderem Maße - auch wenn die Zeremonie wegen der Corona-Pandemie ohne das sonst übliche Massenpublikum stattfindet.

Bilderstrecke

Die Nationalgarde im Einsatz im Kapitol in Washington

Kapitol abgesperrt

Das Gebiet rund um das Kapitol ist inzwischen weiträumig abgesperrt, ein Sicherheitszaun wurde errichtet. Außerdem wurden mehrere Tausend Mitglieder der Nationalgarde - die zur Reserve der US-Armee gehört - abgestellt, um den Kongresssitz zu schützen. Der Chef der Truppe, General Daniel Hokanson, sagte am Donnerstag, momentan seien rund 7000 Soldaten im Einsatz. Bis zu 21.000 könnten es am Ende werden, um bei der Absicherung der Vereidigung am 20. Januar zu helfen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Januar 2021 um 09:37 Uhr in den Nachrichten.