Menschen suchen nach einem Erdrutsch im kolumbianischen Pereira in den Trümmrn nach Überlebenden. | EPA

Nach starken Regenfällen Viele Tote bei Erdrutsch in Kolumbien

Stand: 09.02.2022 14:26 Uhr

Heftige Regenfälle haben im Westen Kolumbiens einen Erdrutsch ausgelöst. Schlammmassen stürzten auf Wohnhäuser, mindestens 15 Menschen kamen ums Leben. Während die Rettungsarbeiten laufen, warnen die Behörden vor weiteren Abgängen.

Bei einem Erdrutsch sind in einem Armenviertel im Westen Kolumbiens mehrere Menschen getötet worden. Mindestens 15 Menschen kamen nach bisherigem Stand ums Leben, wie das Büro des Bürgermeisters von Pereira, Carlos Maya, mitteilte. Auch der Katastrophenschutz des Landes meldete 15 Todesopfer, zudem seien 34 Menschen verletzt worden. Vier Menschen würden noch vermisst.

Zudem habe der Erdrutsch materielle Verluste hinterlassen, schrieb der kolumbianische Präsident Iván Duque auf Twitter. "Wir bedauern zutiefst, was zwischen Dosquebradas und Pereira, Risaralda, passiert ist." Rettungskräfte seien im Einsatz. Zuvor hatten die Behörden elf Tote und 35 Verletzte vermeldet.

Der Gouverneur von Risaralda, Víctor Manuel Tamayo, schrieb, er habe angewiesen, alle Unterstützung für die Hilfskräfte vor Ort zur Verfügung zu stellen. "Leben zu retten hat Priorität." Dorfbewohner und Rettungskräfte halfen, die Trümmer der weggerissenen Häuser zu beseitigen, um nach Leichen oder Überlebenden zu suchen. Das Militär unterstützte die Rettungs- und Bergungsarbeiten.

So viel Regen wie normalerweise in 20 Tagen

Nach heftigem Regen war am Dienstagmorgen eine Schlammlawine in ein Wohngebiet der Ortschaft Pereira gerollt. Den Angaben zufolge war ein Berghang abgebrochen. In Dosquebradas und Pereira wurden nach Angaben des Bürgermeisterbüros mindestens sieben Häuser zerstört. Dutzende Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden müssen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. In Pereira haben die Behörden den Notstand ausgerufen.

Nach ersten Erkenntnissen soll der Erdrutsch auf einen "menschlichen Eingriff" in einem Kanal im oberen Teil des Berghangs zurückgehen. Am Montag fielen Galindo zufolge 93.000 Millimeter Regen je Quadratmeter - "so viel regnet es in Pereira unter normalen Bedingungen in 20 Tagen".

Weitere Erdrutsche befürchtet

Wegen Hochwassers im nahegelegenen Fluss Otún warnte Pereiras Bürgermeister Maya vor der Gefahr weiterer Erdrutsche in der Gegend. Anwohner sollten das Gebiet lieber verlassen, um weitere Opfer zu vermeiden, riet er. Viele der Häuser in der betroffenen Wohngegend bestehen aus Holz, mehr als 60 wurden geräumt. Einsatzkräfte begutachteten Schäden und Einsturzrisiken an den Häusern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Februar 2022 um 08:00 Uhr.