Menschen stehen auf Schlamm und Trümmern nach einem Erdrutsch | REUTERS

Schwere Unwetter Mindestens 80 Tote durch Erdrutsche in Brasilien

Stand: 16.02.2022 19:36 Uhr

Starkregen hat im Bergland nördlich von Rio de Janeiro zu Erdrutschen und Überschwemmungen geführt. Mindestens 80 Menschen kamen ums Leben, viele Häuser wurden zerstört. Mit Alarmsirenen konnte Schlimmeres verhindert werden.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Rio de Janeiro

Straßen werden zu reißenden Flüssen. Autos, Bäume, Verkehrsschilder werden von den Schlammmassen einfach mitgeschleift. Ein Hang, auf dem etwa 40 Wohnhäusern stehen, rutscht ab. Handyvideos dokumentieren die Katastrophe.

Anne Herrberg ARD-Studio Rio de Janeiro

Starkregen hat in Petrópolis, im Bergland nördlich von Rio de Janeiro, zu Erdrutschen und Überschwemmungen geführt. Verzweifelte Anwohner suchen in den Trümmern nach ihren Angehörigen.

Zahl der Vermissten noch unklar

Am Dienstag war in nur sechs Stunden mehr Regen gefallen, als für den gesamten Monat Februar vorhergesehen war. In der 300.000 Einwohner zählenden Stadt, die sich über mehrere Berge und Täler erstreckt, sind mehrere Hänge abgerutscht. Sie begruben mindestens 80 Häuser unter sich.

Die Zahl der Toten ist inzwischen auf mindestens 80 gestiegen. Wie viele Menschen vermisst werden, ist noch gar nicht bekannt. Dutzende Feuerwehrleute und Rettungskräfte sind im Einsatz. Einwohner greifen mit einfachem Gerät selbst zu.

Alarmsirenen haben Leben gerettet

Petrópolis liegt rund 60 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Die Stadt wurde einst von deutschen Einwanderern gegründet und später zur Sommerresidenz des brasilianischen Kaisers Pedro II.

Bereits im Jahr 2011 ereignete sich dort eine Unwetterkatastrophe. Mehr als 900 Menschen waren ums Leben gekommen. Die dann damals installierten Alarmsirenen hätten diesmal Leben gerettet, erklärt Gouverneur Claudio Castro. "Die Sirenen haben perfekt funktioniert, das hat wahrscheinlich eine noch schlimmere Tragödie verhindert", so Castro. "Aber es war eine Tragödie, von einem Moment auf den anderen fiel extrem viel Regen, 259 Millimeter. Das ist absurd." Die Rettungskräfte seien im Einsatz.

Überschwemmungen auch in anderen Bundesstaaten

In den vergangenen Wochen erst hatte es im benachbarten Bundesstaat Minas Gerais mindestens zehn Tote durch Erdrutsche und Überschwemmungen gegeben.

Dort kam es zudem zu einer Tragödie, als eine Felswand auf ein Touristenboot auf dem Furnas-Stausee stürzte. Zuvor hatte der nordöstlich an Minas Gerais angrenzende Bundesstaat Bahia die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren erlebt.

Bilderstrecke

Zahlreiche Tote durch Erdrutsche und Überschwemmungen in Brasilien

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Februar 2022 um 17:00 Uhr.