Elza Soares | AFP

Brasilianische Samba-Ikone Elza Soares ist tot

Stand: 21.01.2022 07:48 Uhr

Sie mischte Samba, Jazz, Hip Hop und Funk und veröffentlichte mehr als 30 Alben. Für viele gilt sie als "Sängerin des Jahrtausends". Nun ist Elza Soares im Alter von 91 Jahren gestorben.

Es war eine besondere Ehre: 2020 bekam die brasilianische Sängerin Elza Soares beim Karneval in Rio de Janeiro von der Sambaschule "Mocidade" ihren eigenen Umzug im Sambodrom. Sie sang bis ins hohe Alter und war eine feministische Ikone.

Am Donnerstag ist Soares im Alter von 91 Jahren in Rio de Janeiro gestorben, wie Angehörige auf dem offiziellen Instagram-Account der Sängerin mitteilten. Sie habe die Welt mit ihrer Stimme, ihrer Stärke und ihrer Entschlossenheit bewegt und werde für immer Teil der Musikgeschichte sein.

Die Sängerin Elza Soares bei einem Auftritt 1970 | dpa

Elza Soares bei einem Auftritt in Rom im Jahr 1970 Bild: dpa

"Königin des Samba"

Soares trug lange Zeit den Titel "Königin des Samba". Später mischte sie verschiedene Musikstile: Samba, Jazz, Hip Hop und Funk. Sie veröffentlichte mehr als 30 Alben, zuletzt 2019 das Album "Planeta Fome".

Der Titel erinnert an ein Radio-Interview zu Beginn ihrer Karriere, in dem sie gefragt wurde, von welchem Planeten sie komme, und antwortete: "Vom Hunger-Planeten". Bei der Vorstellung von "Planeta Fome" in Rio kritisierte sie soziale Strukturen und Rassismus.

Geboren wurde Soares im Juni 1930 in einem armen Viertel in Rio de Janeiro. Mit zwölf Jahren wurde sie verheiratet, mit 13 war sie Mutter und mit 21 Witwe.

1959 gelang ihr Durchbruch. In den 1960ern prägte sie den Samba mit ihrem rauen Gesangsstil. Bei einem Wettbewerb des britischen Rundfunksenders BBC gewann sie 1999 den Titel "Sängerin des Jahrtausends".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 21. Januar 2022 um 07:18 Uhr.