Rettungskräfte bergen nach starken Überschwemmungen die Leiche eines Opfers. | AP

Nach starken Regenfällen Mindestens 24 Tote in Ecuador

Stand: 02.02.2022 07:36 Uhr

In Ecuadors Hauptstadt Quito sind bei Überschwemmungen mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche werden noch vermisst. Eine Flutwelle infolge starker Regenfälle hatte die Straßen überflutet und Autos mitgerissen.

Bei den schwersten Überschwemmungen seit zwei Jahrzehnten sind in Ecuadors Hauptstadt Quito mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Menschen werden noch vermisst, 48 sind verletzt, teilten die Behörden mit.

Die Überschwemmungen begannen am Montag an den Hängen des Vulkans Pichincha, der die Stadt überragt. Nach Angaben von Bürgermeister Santiago Guarderas fielen 75 Liter Regen pro Quadratmeter - so viel, wie seit 2003 nicht mehr.

Laut Guarderas brachte der starke Regen ein Auffangbecken am Hang des Vulkans zum Überlaufen, woraufhin sich eine ein Kilometer lange Flutwelle ergoss. Das Becken hatte demnach fast das Vierfache der üblichen Wassermenge aufgenommen.

Helfer suchen nach weiteren vermissten in Ecuadors Hauptstadt Quito. | REUTERS

Helfer suchen nach weiteren vermissten. Bild: REUTERS

Flutwelle trifft Sportplatz

Aufnahmen örtlicher Medien zeigten, wie die schlammigen Wassermassen die Straßen Quitos erreichen, während Retter den Einwohnern helfen, sich in Sicherheit zu bringen. Autos wurden von Geröll und Schlamm verschlungen, Häuser überschwemmt. Auch die Stromversorgung brach zusammen. 

Die Flutwelle ergoss sich auch über einen Sportplatz, auf dem Volleyballspieler gerade vor den Augen von Zuschauern trainierten. Wie viele von ihnen unter den Opfern waren, blieb zunächst unklar. 

Bewohner befreien die Straßen von Ecuadors Hauptstadt Quito vom Schlamm. | AP

Bild: AP

Weitere Todesopfer nicht ausgeschlossen

Soldaten wurden mobilisiert, um den Rettungskräften bei den Aufräum- und Bergungsarbeiten zu helfen. Die Behörden schlossen nicht aus, dass unter dem Schlamm und den Trümmern noch weitere Leichen gefunden werden könnten, während Militärs mit Hunden die Suche nach Überlebenden fortsetzten.

Ecuadors Präsident Guillermo Lasso sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auf Twitter versprach er, dass die Behörden ihre Such- und Rettungsbemühungen sowie die Aufräumarbeiten fortsetzen werden. Verletzte würden in Gesundheitszentren versorgt und psychologisch betreut.

Starke Regenfälle seit Oktober

Seit Oktober haben schwere Regenfälle 22 der 24 Provinzen des südamerikanischen Landes heimgesucht. Dabei wurden bis Sonntag laut dem Katastrophenschutz mindestens 18 Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Wissenschaftler warnen schon seit längerem, dass der Klimawandel das Risiko von Starkregen weltweit erhöht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Februar 2022 um 06:30 Uhr.