Wahlsieger Arauz | AFP

Präsidentenwahl in Ecuador Linksgerichteter Kandidat liegt vorne

Stand: 08.02.2021 03:48 Uhr

Bei der Abstimmung über das künftige Staatsoberhaupt des südamerikanischen Landes liegt der linksgerichtete Kandidat Arauz laut Schnellauszählung vorn. Die endgültige Entscheidung wird in einer Stichwahl fallen.

Bei der Präsidentenwahl in Ecuador liegt der linke Ex-Minister Andrés Arauz nach ersten Prognosen vorne. Der erst 36 Jahre alte Arauz, der als Zögling des früheren Staatschefs Rafael Correa gilt, führt nach einer Schnellauszählung mit 31,5 Prozent, gefolgt vom indigenen Aktivisten Yaku Perez mit 20,04 Prozent. Auf dem dritten Platz landete der Banker Guillermo Lasso mit 19,97 Prozent.

Damit wird die Entscheidung in einer Stichwahl fallen. Arauz will im Fall eines Wahlsieges die Subventionen erhöhen und das vom Internationalen Währungsfonds geforderte Sparprogramm beenden. Er schrieb sich selbst einen "überwältigenden Sieg" zu. Bei der Wahl habe es sich um ein "demokratisches Fest" gehandelt, kommentierte er die Prognosen im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Schwieriges Erbe

Der scheidende Präsident Lenin Moreno hinterlässt ein umstrittenes Erbe und ein polarisiertes Land. Ecuador steckt wegen des Verfalls des Öl-Preises in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft wurde. Mehr als 257.000 Menschen in Ecuador infizierten sich mit dem Coronavirus, rund 15.000 starben nach einer Infektion. Umfragen sagten wegen der Ansteckungsgefahr eine geringe Wahlbeteiligung voraus. 

Die künftige Regierung steht vor großen Herausforderungen. Eine hohe Staatsverschuldung und eine Wirtschaft, die nach offiziellen Schätzungen 2020 um 8,9 Prozent geschrumpft ist, lassen allerdings wenig Spielraum. Morenos Nachfolger soll am 24. Mai das Amt übernehmen.