Litoral-Gefängnis in Guayaquil (Ecuador) | AFP

Bandenkrieg in Ecuador 30 Tote bei Gefängnisaufstand

Stand: 29.09.2021 13:50 Uhr

Bei einem Streit zweier verfeindeter Banden sind in einem Gefängnis in Ecuador mindestens 30 Insassen getötet und mehr als 47 verletzt worden. Laut Polizei waren die Häftlinge mit Schusswaffen und Granaten bewaffnet.

Bei Ausschreitungen in einem Gefängnis in Ecuador sind laut Polizei mindestens 30 Häftlinge getötet und 47 weitere Gefangene verletzt worden. Die ecuadorianische Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, teilte sie auf Twitter mit. Die betroffene Haftanstalt liegt in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Guayaquil im Westen des Landes.

Laut des örtlichen Polizeichefs Fausto Buenaño waren die an den Ausschreitungen beteiligten Insassen mit Schusswaffen und Granaten bewaffnet. Demnach wurden mehrere Häftlinge durch Schüsse und detonierte Handgranaten getötet. Die Staatsanwaltschaft sprach von sechs Enthauptungen.

Lage nach fünf Stunden unter Kontrolle

Fernsehbilder zeigten Häftlinge, die aus Fenstern Schüsse abgaben, während Sprengsätze detonierten und Rauch aufstieg. Mitarbeiter der Anstalt wurden in Sicherheit gebracht. Die Unruhen gingen auf den Streit zweier Banden zurück, wie Vertreter der Vollzugsbehörden erklärten.

Polizei und Militär brachten die Lage in der Haftanstalt in der Küstenstadt Guayaquil nach fünf Stunden wieder unter Kontrolle. Rund 400 Beamte seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, sagte Polizeichef Buenaño. Ecuadors Präsident Guillermo Lasso teilte einen Twitter-Beitrag der Gefängnisverwaltung, in dem es hieß, dass die Ordnung in der Haftanstalt wiederhergestellt sei. 

Guayaquil ist die wichtigste Hafenstadt von Ecuador. Sie gilt als zentraler Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Kokain aus Südamerika. In der vergangenen Woche hatte die Polizei in einem Gefängnis in Guayaquil zahlreiche Schusswaffen, Munition, Handgranaten, mehrere Messer und explosives Material sichergestellt.

Notstand nach mehreren Unruhen ausgerufen

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen.

Im Juli rief Präsident Lasso einen Notstand im Justizvollzug aus, nachdem bei mehreren Unruhen in Gefängnissen mehr als 100 Häftlinge ums Leben gekommen waren. Zu den schwersten Zwischenfällen kam es im Februar, als 79 Gefangene bei zeitgleichen Aufständen in drei Anstalten getötet wurden. Im Juli kamen 22 Häftlinge bei Unruhen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. September 2021 um 04:30 Uhr.