Soldaten bewachen den Eingang des Litoral-Gefängnisses in Guayaquil, Ecuador. | AP

Bandenkrieg in Ecuador Mehr als 100 Tote bei Gefängnisaufstand

Stand: 30.09.2021 09:06 Uhr

Die Zahl der Todesopfer bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Ecuador ist auf mehr als 100 gestiegen. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Insassen durch Schüsse und Handgranaten getötet.

Die Zahl der bei schweren Ausschreitungen in einem Gefängnis in Ecuador getöteten Menschen ist auf mindestens 116 gestiegen. Mindestens 80 Menschen seien bei den Kämpfen in der Haftanstalt Guayas N1 in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Guayaquil im Westen des Landes verletzt worden, teilten die Behörden mit. Zuvor war von rund 30 Toten die Rede gewesen.

Die Unruhen gehen zurück auf einen Streit zwei verfeindeter Banden. Die Insassen hätten Schusswaffen, Messer und Sprengstoff eingesetzt, hieß es. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Insassen durch Schüsse und Handgranaten getötet. Die Staatsanwaltschaft sprach auch von Enthauptungen. Fernsehbilder zeigten Häftlinge, die aus Fenstern Schüsse abgaben, während Sprengsätze detonierten und Rauch aufstieg. Mitarbeiter der Anstalt wurden in Sicherheit gebracht.

Notstand im Strafvollzug

Ecuadors Präsident, Guillermo Lasso, verhängte den Ausnahmezustand über den Strafvollzug. Spezialeinsatzkräfte der Polizei brachten die Haftanstalt wieder unter ihre Kontrolle. Rund 400 Beamte seien am Einsatz beteiligt gewesen, sagte Polizeichef Fausto Buenaño Buenaño. Die Polizisten seien beschossen worden. Bei dem Einsatz wurden demnach Schusswaffen, Messer, Munition und Drogen sichergestellt.

In den chronisch überfüllten Gefängnissen des Landes kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Allein im Juli kamen bei Krawallen in Haftanstalten in Cotopaxi und Guayaquil insgesamt 21 Menschen ums Leben. Im Februar waren bei heftigen Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Banden in mehreren Gefängnissen 79 Menschen getötet worden

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. September 2021 um 04:56 Uhr.