Eine Frau geht in Belgrad, Serbien, an einem Wandgemälde vorbei, auf dem Daria Dugina, die Tochter des Philosophen Alexander Dugin, abgebildet ist und das den Schriftzug "Helle Erinnerung an unsere russische Schwester" trägt. | AP

Nach Anschlag auf Dugina US-Geheimdienste vermuten Ukraine hinter Mord

Stand: 06.10.2022 10:28 Uhr

Die russische Kriegsunterstützerin Dugina war bei einem Autobombenanschlag Ende August getötet worden. US-Geheimdienste gehen nun offenbar davon aus, dass Teile der ukrainischen Regierung dahinterstecken.

US-Geheimdienste gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass Teile der ukrainischen Regierung den Mordanschlag auf die russische Kriegsunterstützerin Darja Dugina in Moskau genehmigt haben.

Unklar, wer den Anschlag gebilligt hat

Die USA hätten zuvor keine Kenntnis von den Plänen gehabt, berichteten die Zeitung "New York Times" und der Sender CNN unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Es sei offen, wer genau den Anschlag abgesegnet habe. So sei auch unklar, ob die US-Geheimdienste glauben, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj davon wusste oder die Tat autorisiert habe, berichtet CNN. US-amerikanische Regierungsvertreter hätten ukrainische Vertreter wegen des Attentats ermahnt, hieß es weiter.

CNN berichtet weiter, dass US-Geheimdienstbeamte vermuten, dass Dugina in der Nacht, in der sie getötet wurde, das Auto ihres Vaters Alexander Dugin fuhr und dieser das eigentliche Ziel der Operation gewesen sei. 

Vater gilt im Westen als Putins Einflüsterer

Der Vater der Getöteten, der radikale Autor Dugin, wird von westlichen Medien und Autoren immer wieder als Einflüsterer des russischen Präsidenten Putin sowie als Ideengeber auch für den Angriff auf die Ukraine bezeichnet.

Laut CNN betrieb Dugina eine englisch- und türkischsprachige Website namens United World International, die selbst Teil einer breiteren Propagandabemühung namens "Project Lakhta" gewesen sein soll. Das Außenministerium habe Project Lakhta beschuldigt, Online-"Trolle" eingesetzt zu haben, um sich in US-Wahlen einzumischen.

Das Auto mit der Tochter des Rechtsnationalisten Alexander Dugin am Steuer war am 20. August in der Nähe von Moskau explodiert. Die Ermittler beschuldigten bereits kurz nach der Tat eine aus der Ukraine stammende Tatverdächtige, die zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Russland macht für das Attentat ukrainische Geheimdienste verantwortlich. Kiew weist jegliche Beteiligung zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2022 um 06:10 Uhr und 19:12 Uhr.