New Yorks Gouverneur Cuomo | AP

New Yorks Ex-Gouverneur Verfahren gegen Cuomo eingestellt

Stand: 04.01.2022 20:57 Uhr

Ein Staatsanwalt im US-Staat New York will das Verfahren wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen den früheren Gouverneur Cuomo fallen lassen. Trotzdem kann ihm nun noch eine Zivilklage drohen.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung gegen den früheren Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, eingestellt.

Nach gründlicher Prüfung habe sich gezeigt, dass die hohen Anforderungen an einen Strafprozess nicht erfüllt werden könnten, teilte die Behörde in Albany, der Hauptstadt des Bundesstaats, mit. Dabei ging es um Vorwürfe, dass der 64-Jährige in seiner Zeit als Gouverneur in seinem Amtssitz eine Mitarbeiterin unangemessen berührt haben soll.

Cuomo leugnet, tritt aber zurück

Cuomo hatte die Beschuldigungen zurückgewiesen, war aber im August 2021 nach ähnlich lautenden Vorwürfen mehrerer Frauen zurückgetreten. Er war zehn Jahre lang Gouverneur von New York. "Wie die meisten New Yorker bin ich von Anschuldigungen wie in diesem Fall tief verstört", erklärte der Staatsanwalt der Bezirksbehörde, David Soares. "Ein solches Verhalten hat in einer Regierung und an keinem Arbeitsplatz etwas zu suchen." Auch andere regionale Staatsanwaltschaften haben ihre Ermittlungen bereits beendet.

Im vergangenen Jahr war eine Untersuchung von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James zu dem Ergebnis gekommen, dass Cuomo mehrere Mitarbeiterinnen der Behörden des Bundesstaats sexuell belästigt hatte. Unter anderem habe es ungewollte Berührungen, Küsse, Umarmungen und unangebrachte Kommentare gegeben. Außerdem habe der Gouverneur eine für Frauen "feindliche Arbeitsatmosphäre" und ein "Klima der Angst" geschaffen, hieß es in dem Untersuchungsbericht.

Ein Opfer erwägt Zivilklage

In der vom Sheriff ausgestellten Klage wird die Klägerin nicht genannt. Sie hat sich aber selbst als Brittany Commisso zu erkennen gegeben, und ihr Anwalt Brian Premo sagte am Montag, sie habe keine Kontrolle über den Vorgang gehabt: "Sie hatte keine Autorität oder Stimme in diesen Entscheidungen." Sie könne Gerechtigkeit nur über eine Zivilklage erlangen, ein Weg, den sie "zu gegebener Zeit" gehen werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Januar 2022 um 22:00 Uhr.