Menschen stehen auf dem New Yorker Times Square an, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. | AP

Anteil bei 73 Prozent Omikron in den USA nun vorherrschend

Stand: 21.12.2021 07:09 Uhr

Der Anstieg kam sprunghaft: In den USA macht Omikron inzwischen fast Dreiviertel aller Corona-Infektionen aus. US-Präsident Biden will daher heute neue Maßnahmen verkünden. Er hatte kürzlich selbst Kontakt zu einer infizierten Person.

In den USA hat sich die Omikron-Mutation des Coronavirus binnen kurzer Zeit zur dominierenden Variante im Land entwickelt. Schätzungen zufolge entfielen rund 73 Prozent der neuen Corona-Fälle in der vergangenen Woche auf Omikron, wie aus Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorging.

Damit hat Omikron nun Delta, die zuvor vorherrschende Variante, auf den zweiten Platz verdrängt. Die Delta-Mutante machte den CDC-Schätzungen zufolge zuletzt noch etwa ein Viertel der Neuinfektionen aus. In manchen Bundesstaaten ist Omikron gar schon für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich.

Noch in der Woche bis zum 11. Dezember war Omikron schätzungsweise für lediglich rund 12,6 Prozent der Infektionen in den USA verantwortlich gewesen. "Dieser starke Anstieg ähnelt dem, der in anderen Ländern zu beobachten ist", erklärte die Chefin der CDC, Rochelle Walensky. Der US-Bundesstaat Texas meldete zudem einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Omikron-Variante. Das berichtete der Sender ABC unter Berufung auf Gesundheitsbeamte.

Biden warnt Ungeimpfte vor "äußerst schwierigem Winter"

Angesichts dieser Entwicklungen will sich US-Präsident Joe Biden heute mit einer Rede an die Menschen im Land wenden und neue Maßnahmen verkünden. Dabei dürfte es vor allem um Unterstützung für Krankenhäuser gehen - von einem Herunterfahren des öffentlichen Lebens wurde nicht ausgegangen.

"Die Omikron-Fälle werden in den kommenden Tagen zunehmen - auch bei vollständig geimpften Personen", mahnte Präsident Biden. Wer vollständig geimpft sei oder auch schon eine Auffrischungsimpfung bekommen habe, könne sich trotzdem infizieren - werde aber wahrscheinlich keine oder nur leichte Symptome haben. "Wenn Sie sich als Erwachsener dafür entscheiden, nicht geimpft zu sein, steht Ihnen ein äußerst schwieriger Winter für Ihre Familie und Ihre Gemeinschaft bevor", warnte Biden.

Biden hatte Kontakt zu infizierter Person

Der US-Präsident hatte am Freitag selbst Kontakt zu einem später positiv auf das Coronavirus getesteten Teammitglied des Weißen Hauses. Die Person habe am Montagmorgen ein positives Testergebnis erhalten und nicht regelmäßig Kontakt zu Biden, am Freitag aber etwa 30 Minuten in seiner Nähe an Bord der Air Force One verbracht. Die Symptome seien erst am Sonntag aufgetreten, so Sprecherin Jen Psaki.

Biden wurde laut seiner Sprecherin zuletzt am Sonntag und am Montag negativ auf das Coronavirus getestet. Ein neuer Test sei für Mittwoch geplant. Der Präsident werde an seinem Programm für die kommenden Tage festhalten und sich nicht isolieren, da er vollständig geimpft sei.

Die Impfkampagne im Land geriet zuletzt ins Stocken. Bislang sind 61,5 Prozent der rund 330 Millionen Menschen im Land zweifach geimpft. Knapp 30 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung erhalten. Mehr als 800.000 Menschen sind in den USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bereits gestorben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Dezember 2021 um 08:28 Uhr.