Eine Junge schaut aus einem Fenster | picture alliance / Panther Media

Folgen der Pandemie Corona macht viele Kinder zu Waisen

Stand: 21.07.2021 08:47 Uhr

Infolge der Corona-Pandemie haben weltweit mehr als eine Million Kinder einen Elternteil oder einen für sie sorgenden Großelternteil verloren. Besonders betroffen sind laut einer Studie Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien.

Rund 1,1 Millionen Kinder weltweit haben laut einer Studie als Folge der Corona-Pandemie mindestens einen Elternteil oder einen für sie sorgenden Großelternteil verloren. Diese Hochrechnung gelte für den Zeitraum März 2020 bis April 2021, berichten Forscher um Seth Flaxman vom Imperial College in London im Fachjournal "The Lancet". Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren.

Dies sei eine bedeutende, bislang übersehene Konsequenz der Pandemie, schreibt die US-Gesundheitsbehörde NIH. Die Analyse mache deutlich, dass eine psychosoziale und wirtschaftliche Unterstützung für diese Kinder eine zentrale Rolle bei der Reaktion auf diese Pandemie spielen sollte.

Deutlich mehr Kinder haben ihren Vater verloren

Als Grundlage der Studie nutzten die Forscher unter anderem Daten zur Geburtenrate sowie zu Corona-Todesfallzahlen aus rund zwei Dutzend Ländern, die sie hochrechneten. Weil die Daten nicht überall in gleichem Maß erhoben würden, könne es sich bei den Zahlen nur um - wahrscheinlich eher unterschätzte - Annäherungen handeln, hieß es von den Wissenschaftlern.

Die Zahl der durch die Pandemie zu Halbwaisen und Waisen gewordenen Kinder sei bezogen auf die Bevölkerungszahl unter anderem in Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien besonders hoch. Die Zahl der Kinder, die Väter verloren hätten, sei zwei- bis fünfmal so hoch wie die Zahl der Kinder, die Mütter verloren hätten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2021 um 06:35 Uhr.

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KOMMENTARE

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DB_EMD 21.07.2021 • 11:05 Uhr

Solche Schicksale...

...können gar nicht oft genug erwähnt werden! Aber leider werden diese Studien wohl von vielen eher als Randnotizen wahrgenommen und schnell wieder verdrängt. Angesichts der "Coronaleugnerei", für die man sich in Bezug auf solche traurigen Schicksale wirklich schämen muss, würde ich mir hier viel mehr Aufklärung und Informationen wünschen. Die tägliche Aufstellung von Inzidenzwerten ist sicher wichtig, für mich selber inzwischen aber eben auch nur noch eine Randnotiz, wie ich leider zugeben muss. Aber bei Artikeln wie diesem hier, wird einem die Tragödie dieser Pandemie erst wieder richtig bewusst und man muss sich schon Gedanken machen, wohin Unachtsamkeit und Ignoranz führen können. Wenn ich dann auch noch gleichzeitig lese, wie diese Hetzer Schiffmann und Co. nun unter dem Deckmantel der barmherzigen Samariter in den Überschwemmungsgebieten auftreten, nur um am Ende in eigener Sache Propaganda machen zu können, wird mir ganz übel!