Brittney Griner | REUTERS

WNBA-Star Griner in russischer Haft Handschriftlicher Hilfsappell an Biden

Stand: 05.07.2022 10:23 Uhr

Brittney Griner drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Seit viereinhalb Monaten sitzt die US-Basketballerin in russischer Untersuchungshaft. Nun hat sie Präsident Biden persönlich um Hilfe gebeten.

Per Brief hat die in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner ihren Präsidenten um Hilfe gebeten. Sie fürchte, vielleicht nie mehr nach Hause zurückkehren zu können, appelliert Griner in dem handgeschriebenen Dokument an Joe Biden. Verhaftet wurde die 31-Jährige vor viereinhalb Monaten.

Die gebürtige Texanerin bat Biden, sie und andere festgehaltene Amerikanerinnen und Amerikaner nicht zu vergessen. "Während ich hier in einem russischen Gefängnis sitze - allein mit meinen Gedanken und ohne den Schutz von meiner Frau, Familie, Freunden, Olympia-Trikot oder anderen Errungenschaften -, habe ich Angst, dass ich für immer hier sein könnte", heißt es in dem Brief. Das Weiße Haus bestätigte dessen Eingang.

Ein junger Phönix-Mercury-Fan hält ein Schild mit der Aufschrift „Free Brittney Griner“. | picture alliance / ASSOCIATED PR

Ein Kind hält bei einem Basketball-Match im US-amerikanischen Phoenix ein Schild hoch, auf dem "Free Brittney Griner steht". Das Bild entstand am 6. Mai, an dem Tag spielten die Phoenix Mercurys gegen die Las Vegas Aces. Bild: picture alliance / ASSOCIATED PR

US-Regierung beteuert, helfen zu wollen

Auszüge aus dem Schreiben wurden von Griners Umfeld verbreitet - parallel zum Unabhängigkeitstag, der in den USA am 4. Juli gefeiert wird. Normalerweise begehe sie den Feiertag im Kreis ihrer Familie, wird sie weiter zitiert. Dort würden jene geehrt, die für die Freiheit gekämpft hätten. "Es schmerzt, daran zu denken, wie ich diesen Tag normalerweise feierte, weil Freiheit für mich in diesem Jahr etwas ganz anderes bedeutet", schreibt die Sportlerin an Biden, für den sie bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 nach eigenen Worten gestimmt hatte.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Adrienne Watson, verwies darauf, dass die US-Regierung mit allen Mitteln daran arbeite, Griner nach Hause zu bringen. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine auf einem Tiefpunkt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zum Prozessauftakt Anschuldigungen zurückgewiesen, der Prozess gegen Griner sei politisch motiviert.

Inhaftierung wohl wegen Cannabisöl

Griner befindet sich wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes seit dem 17. Februar in russischem Gewahrsam. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ging es um Cannabisöl, das sie bei sich gehabt haben soll, als sie zu einem Spiel ihrer russischen Mannschaft zurückkehrte. Am Freitag begann der Prozess gegen Griner, fortgesetzt wird er am Donnerstag. Die Untersuchungshaft wurde zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Die zweifache Olympiasiegerin spielt für die US-amerikanische Basketballmannschaft Phoenix Mercury, war aber auch in Russlands Liga aktiv.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juni 2022 um 19:24 Uhr.