Antony Blinken | AFP

Ukraine-Konflikt Blinken warnt vor neuen russischen Truppen

Stand: 19.01.2022 12:31 Uhr

Im Ukraine-Konflikt hat US-Außenminister Blinken vor einer kurzfristigen Aufstockung russischer Truppen gewarnt. Entsprechende Pläne Moskaus lägen den USA vor. Ob es friedlich bleibe, entscheide Moskau.

Der US-Außenminister Antony Blinken hat bei seinem Besuch in Kiew vor einer "sehr kurzfristigen" Aufstockung der russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine gewarnt. Washington wisse von entsprechenden Plänen in Moskau, sagte Blinken. "Das gibt Präsident Putin die Möglichkeit, ebenfalls sehr kurzfristig weitere aggressive Maßnahmen gegen die Ukraine zu ergreifen." Er forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, eine friedliche Lösung anzustreben.

"Wir werden sehen, wo wir am Ende der Woche stehen. Ich hoffe stark, dass wir einen diplomatischen und friedlichen Weg beibehalten können. Aber letztendlich wird das die Entscheidung von Präsident Putin sein", sagte Blinken.

USA stocken Ukraine-Hilfen auf

Derweil bestätigte ein hochrangiger US-Beamter, dass Washington weitere Sicherheitshilfen in Höhe von 200 Millionen Dollar (rund 176 Millionen Euro) für die Ukraine bereitstellt. Es handle sich um eine Unterstützung "im Bereich der defensiven Sicherheit".

Vor den russischen Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze hatte die US-Regierung bereits Militärhilfen in Höhe von 450 Millionen Dollar (rund 396 Millionen Euro) für das Land zugesagt.

Blinken ist in der ukrainischen Hauptstadt auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verabredet. Der US-Chefdiplomat will dabei nach Angaben seines Ministeriums die Unterstützung der USA "für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine bekräftigen".

Blinken trifft sich mit Baerbock

Von Kiew aus wird Blinken am Donnerstag nach Berlin weiterreisen und dort Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sowie die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens treffen. Am Freitag will er in Genf mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sprechen. 

Wegen eines massiven russischen Truppenaufmarschs mit über 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine befürchtet der Westen, dass Russland einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereitet. Die Regierung in Moskau bestreitet Angriffspläne.

Russland fordert vom Westen in dem Konflikt umfassende Sicherheitsgarantien wie einen Verzicht auf eine weitere Osterweiterung der Nato und auf US-Militärstützpunkte in Staaten der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre. Die westlichen Partner weisen dies zurück.

Über dieses Thema berichteten am 19. Januar 2022 die tagesschau um 12:00 Uhr und tagesschau24 um 12:15 Uhr.