Mitarbeitende in Reinraumkleidung arbeiten in der Produktion des Impfstoffes Comirnaty von BioNTech/Pfizer.  | picture alliance/dpa/dpa/Pool

Coronavirus BioNTech/Pfizer testen neuen Omikron-Impfstoff

Stand: 25.01.2022 15:21 Uhr

BioNTech und Pfizer starten die erste klinische Studie mit einem an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff. 1420 Menschen nehmen daran teil. Schon im März könnte der Antrag auf eine Zulassung erfolgen.

Die Omikron-Variante des Coronavirus lässt in vielen Ländern die Infektionszahlen rasant steigen. Die Impfstoffhersteller BioNTech und Pfizer prüfen nun, ob ihr speziell darauf zugeschnittener Kandidat sicher, wirksam und verträglich ist. Dafür haben die beiden Unternehmen ihre erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Dabei sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten geprüft werden, teilten BioNTech und Pfizer mit.

Zulassungsantrag schon Ende März möglich

Nach Angaben von Pfizer-Chef Albert Bourla könnte der Pharmariese die Zulassung für das Vakzin bereits bis März beantragen. Die Booster-Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung durch die Omikron-Variante, erklärte die Leiterin der Impfstoffforschung bei Pfizer, Kathrin Jansen. Dennoch "sehen wir den Bedarf, uns auf einen nachlassenden Schutz oder das Aufkommen einer neuen Variante vorzubereiten", betonte sie.

Längerer Schutz

Die beiden Unternehmen hätten daher einen spezifischen Impfstoff gegen Omikron mit einer längeren Schutzdauer entwickelt, hieß es in der Erklärung. Ziel sei ein variantenbasierter Impfstoff, "der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält", erklärte BioNTech-CEO Ugur Sahin.

1420 Teilnehmer bei Studie

An der Studie nehmen den Angaben zufolge 1420 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 55 Jahren teil. Die Probanden werden in drei Gruppen aufgeteilt. Unterschieden wird zwischen Menschen, die bislang ungeimpft sind, und Menschen, die zwei oder drei Dosen des bisherigen Impfstoffs erhalten haben.

Eine der Studiengruppen mit etwa 600 Freiwilligen, die vor drei bis sechs Monaten zwei Dosen des aktuellen Biontech-Impfstoffs erhalten haben, bekommt entweder eine oder zwei Auffrischungsimpfungen auf Omikron-Basis. Die zweite Gruppe mit weiteren 600 Personen, die bereits dreimal mit dem regulären Impfstoff geimpft ist, bekommt eine vierte Dosis davon oder die Omikron-Version. An der Studie nehmen außerdem einige ungeimpfte Personen teil, die drei Dosen der Omikron-Version erhalten.

Die beiden Unternehmen gehen eigenen Angaben zufolge davon aus, im Jahr 2022 vier Milliarden Dosen ihres Vakzins herstellen zu können.

Das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner hatten vor rund zwei Wochen bekannt gegeben, dass sie bereits mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen haben. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bislang noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als bei dem derzeit verwendeten Vakzin für notwendig hält.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Januar 2022 um 14:00 Uhr.