Joe Biden | AP

Reaktionen in den USA Weitere US-Sanktionen - und mehr Soldaten

Stand: 24.02.2022 21:04 Uhr

Weitere Sanktionen gegen russische Banken sowie Exportbeschränkungen: US-Präsident Biden hat neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. Zudem sollen 7000 weitere US-Soldaten nach Deutschland verlegt werden.

US-Präsident Joe Biden hat als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine weitere "starke" Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die Strafen sollten das russische Finanzsystem und über Exportkontrollen auch den Technologiesektor treffen, erklärte Biden im Weißen Haus.

Konkret sollen vier russische Banken vom US-Finanzsystem abgeschnitten werden, die zusammen rund ein Drittel der russischen Vermögen hielten, sagte Biden. Darunter sei auch Russlands zweitgrößtes Institut, die VTB Bank. Die Banken würden damit vom US-Finanzmarkt und Geschäften in US-Dollar ausgeschlossen. Gleiche Schritten seien auch von den Partnern in der EU, Großbritannien und Japan geplant, sagte Biden weiter.

Biden: "Putin ist der Aggressor"

Bestimmte russische Großunternehmen sollen keine Kredite in den USA mehr aufnehmen dürfen. Zudem sollen Exporte nach Russland beschränkt und weitere Einzelpersonen aus Putins Umfeld mit Sanktionen belegt werden. Einzelheiten nannte Biden zunächst nicht, betonte jedoch erneut, dass Amerika nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinen Partnern handele. Putin habe den Krieg gewollt, sagte Biden, nun müsse er international isoliert und zum "Paria auf der Weltbühne" werden.

Allerdings soll Putin nicht persönlich sanktioniert werden. Die Option liege zwar "auf dem Tisch", sagte Biden, antwortete jedoch nicht auf die Frage von Reportern, weshalb keine Strafmaßnahmen gegen den russischen Präsidenten persönlich verhängt werden.

Weitere US-Soldaten nach Deutschland

Zudem wollen die USA weitere Soldaten nach Deutschland verlegen: "Jetzt genehmige ich die Entsendung zusätzlicher US-Streitkräfte nach Deutschland als Teil der NATO-Reaktion", sagte er. Nach Angaben des Pentagons soll es sich um 7000 Soldaten handeln. Einen Einsatz in der Ukraine werde es aber nicht geben, erklärte Biden. Die Truppen seien zur Verteidigung der NATO-Partner da: "Wir werden jeden Zoll NATO-Gebiets verteidigen", sagte Biden.

Russischer Wirtschaft drohen Probleme

Die USA hatten am Dienstag infolge der russischen Anerkennung der Separatistengebiete in der Ostukraine bereits den Handel mit russischen Staatsanleihen verboten und Sanktionen gegen zwei kleinere staatliche Banken verhängt. Das Weiße Haus hatte dabei betont, die Strafmaßnahmen könnten bei einem russischen Einmarsch in die Ukraine auch auf die größten Kreditinstitute ausgeweitet werden.

Dem Weißen Haus zufolge liefen der Großteil der russischen Währungsgeschäfte und etwa die Hälfte des Außenhandels zuletzt noch in US-Dollar. Falls die EU und die USA die russischen Banken aus ihren Finanzsystemen ausschließen sollten, könnten Russland dramatische wirtschaftliche Verwerfungen drohen. Der Dollar und der Euro sind die wichtigsten Handelswährungen, die in vielen internationalen Geschäften auch nicht leicht zu ersetzen sind.

Gas- und Ölpreis steigt auch in den USA

Mit Bezug auf die steigenden Gas- und Öl-Preise, die dem Präsidenten auch innenpolitisch Probleme bereiten, erklärte er: "Ich weiß, das ist hart und die Bürger leiden schon." Aber die USA müssten auf diese Aggression reagieren, sonst stünden sie am Ende noch schlechter da. Er rief US-Unternehmen in der Öl- und Erdgas-Branche auf, die Lage nicht auszunutzen, um Preise anzuheben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. Februar 2022 um 21:01 Uhr.