Joe Biden | AFP

Nach Anschlag von Kabul Biden droht Attentätern mit Vergeltung

Stand: 27.08.2021 00:38 Uhr

US-Präsident Biden hat nach den Anschlägen von Kabul den Attentätern mit Vergeltung gedroht. Die ums Leben gekommenen amerikanischen Soldaten seien Helden. Die US-Evakuierungsflüge sollen weitergehen. Die USA ließen sich nicht einschüchtern.

US-Präsident Joe Biden hat nach den tödlichen Anschlägen in der afghanischen Hauptstadt Kabul Vergeltung angekündigt. "Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen", sagte Biden bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus an die Adresse der Verantwortlichen für die Attacken gerichtet. "Wir werden euch jagen und euch büßen lassen."

Die USA machen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" für den Doppelanschlag vor dem Flughafen von Kabul verantwortlich, bei dem unter anderem 13 US-Soldaten getötet worden waren. Der IS hat bislang für einen Selbstmordanschlag die Verantwortung übernommen.

Militär soll Pläne für Gegenschlag ausarbeiten

Biden sagte, er habe die US-Streitkräfte angewiesen, Pläne für Angriffe gegen den regionalen IS-Ableger Provinz Chorasan (ISKP) - in den USA als ISIS-K bezeichnet - auszuarbeiten. "Wir werden mit Kraft und Präzision antworten (...) an dem Ort und zu dem Zeitpunkt, den wir aussuchen."

Biden würdigte die bei dem Doppelanschlag getöteten US-Soldaten als "Helden". Sie seien an einer "gefährlichen, selbstlosen Mission" beteiligt gewesen, "um das Leben von anderen zu retten". Es war das erste Mal seit Februar 2020, dass in Afghanistan US-Soldaten getötet wurden.

US-Evakuierungseinsatz wird fortgesetzt

In seiner Ansprache bekräftigte Biden zudem, der laufende Evakuierungseinsatz zur Rettung von US-Bürgern und afghanischen Ortskräften werde fortgesetzt. "Wir können und müssen diese Mission zu Ende bringen, und das werden wir", sagte der Präsident. "Wir werden uns nicht von Terroristen abschrecken lassen. Wir werden nicht zulassen, dass sie unsere Mission stoppen." Die USA wollen den Militäreinsatz bis zum 31. August - dem kommenden Dienstag - beenden und bis dahin möglichst viele Menschen außer Landes bringen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2021 um 08:00 Uhr.