Joe Biden | REUTERS

Krieg gegen die Ukraine Biden nennt Putin "Kriegsverbrecher"

Stand: 16.03.2022 22:07 Uhr

Klare Worte von Präsident Biden - die die US-Regierung in der Schärfe bislang vermieden hatte: Russlands Präsident Putin sei ein "Kriegsverbrecher". Biden gab außerdem weitere Militärhilfen für die Ukraine frei.

US-Präsident Joe Biden hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf angegriffen: Dieser sei "ein Kriegsverbrecher", so Biden vor Journalisten. Die US-Regierung hatte es bislang stets vermieden, direkt von russischen Kriegsverbrechen zu sprechen. Auf die Frage, warum Biden seine Wortwahl geändert habe, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki: "Er sprach aus seinem Herzen und basierend auf dem, was er im Fernsehen gesehen hat - nämlich die barbarischen Handlungen eines brutalen Diktators durch seine Invasion eines fremden Landes."

In einer ersten Reaktion des Kreml hieß es, Bidens Wortwahl sei inakzeptabel: "Wir halten eine solche Rhetorik für inakzeptabel und unverzeihlich von Seiten eines Staatschefs, dessen Bomben hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt getötet haben", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. 

Weitere Militärhilfe versprochen

Der US-Präsident versprach zudem erneut massive Militärhilfen für die Ukraine. Ein 800-Millionen-Dollar schweres Hilfspaket beinhalte unter anderem Flugabwehrraketen, Drohnen und Tausende Panzerabwehrwaffen. Mit Hilfe der neuen Luftabwehrraketen könnten die Ukrainer auch weiterhin Russlands "Flugzeuge und Helikopter stoppen" und den ukrainischen Luftraum verteidigen, so Biden. Die USA würden der Ukraine zudem dabei helfen, Flugabwehrsysteme mit noch größerer Reichweite zu bekommen, die auch Ziele in größeren Höhen erreichen können.

Die US-Regierung hat der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor etwa drei Wochen damit bereits Militärhilfen und Waffenlieferungen im Wert von 1,35 Milliarden US-Dollar zugesagt. Seit Anfang vergangenen Jahres summieren sich die US-Hilfen auf zwei Milliarden Dollar. Das US-Militär hat ukrainische Soldaten trainiert sowie Ausrüstung und moderne Waffen geliefert. Darunter befanden sich auch Flugabwehrraketen vom Typ "Stinger" und Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ "Javelin".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. März 2022 um 06:30 Uhr.