Arch Canyon im Bears Ears National Monument in Utah | AP

Trump-Entscheidung revidiert Biden stellt Naturschutzgebiete wieder her

Stand: 08.10.2021 17:49 Uhr

US-Präsident Biden will drei von seinem Vorgänger Trump verkleinerte Naturschutzgebiete wiederherstellen. Ziel sei der bessere Schutz und die Erhaltung von Land und Gewässern, erklärte das Weiße Haus.

Sein Vorgänger Donald Trump hatte sie 2017 per Dekret drastisch zusammenstutzen lassen - jetzt hat US-Präsident Joe Biden angekündigt, drei Naturschutzgebiete wieder herzustellen und sogar zu erweitern. Die Maßnahme betrifft die Gebiete Bears Ears und Grand Staircase-Escalante im US-Bundesstaat Utah sowie das Meeresschutzgebiet Northeast Canyons and Seamounts im Atlantik, wie das Weiße Haus mitteilte.

Biden setzt damit seine Abkehr von der Politik seines Vorgängers fort, der zahlreiche Umweltschutzmaßnahmen zurückgefahren hatte. Trump argumentierte damals, die Menschen in Utah wüssten viel besser, was gut für ihr Land sei als Bürokraten im fernen Washington.

Umweltschützer hingegen erklärten, der Schutz sei entscheidend, um intensiven Bergbau und die Suche nach Bodenschätzen, verbunden mit erheblichen Einflüssen auf Umwelt und Landschaft, zu verhindern. Die Gegenden zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA.

Schutzgebiet in Utah wird erweitert

Das Gebiet Grand Staircase-Escalante soll jetzt wieder zu seiner ursprünglichen Fläche von mehr als 750.000 Hektar zurückkehren. Trump hatte die Schutzzone um etwa 45 Prozent verkleinert und dies mit "unnötigen Restriktionen" für Jagd und Viehzucht begründet.

Das Schutzgebiet Bears Ears soll nach Bidens Plänen auf 550.000 Hektar vergrößert werden. Das ist größer als vor Trumps Entscheidung, das Naturschutzgebiet zu verkleinern. Bears Ears war 2016 unter Trumps Vorgänger Barack Obama zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Grand Staircase-Escalante wurde 1996 unter Präsident Bill Clinton zum Naturschutzgebiet. Beide Naturschutzgebiete mit ihrer spektakulären Landschaft sind auch für Ureinwohner von großer Bedeutung.

Lob und Kritik für Entscheidung

Umweltschützer begrüßten Bidens Entscheidung, die Naturschutzgebiete zu vergrößern. Kritik kam dagegen von konservativen Senatoren und Abgeordneten, die Utah im US-Kongress in Washington vertreten. Bidens Entscheidung sei ein "verheerender Schlag" für ihre Bemühungen, eine "dauerhafte, gesetzgeberische Lösung für den langanhaltenden Streit über die Grenzen und das Management" der beiden Naturschutzgebiete zu finden.

Neben den beiden Gebieten in Utah stellt die Biden-Regierung auch den Status des Meeresschutzgebietes Northeast Canyons and Seamounts wieder her. Dort wird der kommerzielle Fang von roten Krabben und amerikanischen Hummern langsam reduziert, bis er dann ab September 2023 vollständig verboten wird. Die Freizeitfischerei ist davon nicht betroffen. Das Gebiet beheimatet zahlreiche seltene und bedrohte Tierarten, darunter Tiefsee-Korallen und Wale.