US-Präsident Joe Biden | AFP

Bidens erste große TV-Ansprache "Amerika kommt zurück"

Stand: 12.03.2021 08:29 Uhr

Es war seine erste große Rede zur Hauptsendezeit: US-Präsident Biden hat den Bürgern in einer emotionalen Rede vorsichtige Hoffnung in der Pandemie gemacht. Spätestens ab Mai sollen sich alle Erwachsenen impfen lassen dürfen.

Von Jule Käppel, ARD-Studio Washington

Einfühlsam und mit vorsichtiger Hoffnung richtete sich US-Präsident Joe Biden zum ersten Mal im Fernsehen an die Amerikanerinnen und Amerikaner. "An alle, die fragen, wann die Dinge wieder normal werden, hier ist die Wahrheit", sagte Biden.

Jule Käppel ARD-Studio Washington

"Der einzige Weg, um unsere Leben zurückzubekommen, ist, das Virus zu besiegen." Der Kampf sei noch nicht vorbei, mahnte er - aber der beste Weg zurück zur Normalität sei die Impfung. Ab 1. Mai sollen alle Erwachsenen in den Vereinigten Staaten eine Impfung erhalten können.

Netz an großen Massen-Impfzentren

Alle Personen ab 18 können sich ab Mai für eine Corona-Impfung anmelden. Ausreichend Impfstoff für alle Amerikaner soll bis Ende Mai verfügbar sein. Biden setzt für seine Impfkampagne auf ein Netz an großen Massen-Impfzentren in Metropolregionen. In rund 20.000 Apotheken soll künftig ebenfalls geimpft werden. Das sind doppelt so viele wie bisher. Dazu kommen mobile Impfteams, die Menschen auch in abgelegenen Gegenden mit dem Impfstoff versorgen sollen.

Deutlich mehr Impfpersonal

Das Impfpersonal wird aufgestockt. Tierärzte, Zahnärztinnen, Arzthelfer und Medizinstudierende dürfen künftig impfen. Eindringlich appellierte der Präsident am Rednerpult im Weißen Haus an die Bürgerinnen und Bürger, den Weg raus aus der Pandemie mitzugehen.

"Ich brauche jeden Amerikaner, der seinen Beitrag leistet", sagte Biden und jeder solle sich impfen lassen, wenn er dran ist. Bis jetzt sind rund zehn Prozent der amerikanischen Bevölkerung vollständig geimpft. Das entspricht rund 33 Millionen Menschen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, könnte der amerikanische Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein Tag der Freude sein - mit kleinen Feiern im Familienkreis, Grillfesten im Garten. Biden sagt:

Nach diesem langen, harten Jahr wird das diesen Unabhängigkeitstag zu etwas ganz Besonderem machen, an dem wir nicht nur unsere Unabhängigkeit als Nation feiern, sondern beginnen, unsere Unabhängigkeit von diesem Virus zu feiern.

 

Durchhaltevermögen ist gefragt

Bis zur wiedergewonnenen Unabhängigkeit und Freiheit sei jetzt Durchhaltevermögen gefragt, um den erreichten Fortschritt nicht wieder einzubüßen. Er erinnerte an die Opfer der Pandemie in den USA und las die Zahl der Todesfälle von einer Karte ab, die er immer bei sich trage. Seit Beginn der Pandemie sind rund 530.000 Menschen an den Folgen der Corona-Infektion gestorben - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

"Nach düsterem Winter, ein hoffnungsvoller Sommer"

"Wir alle haben etwas verloren", sagte der US-Präsident. Das vergangene Jahr sei ein "kollektives Leiden, ein kollektives Opfer" gewesen. Nach einem düsteren Winter sprach Biden von einem "hoffnungsvollen Frühling und Sommer". Es gehöre zur amerikanischen Identität, das Licht in der Dunkelheit nie aus dem Blick zu verlieren. Das Land werde zu seiner Stärke zurückfinden, versprach Biden. Es sei nie gut, gegen Amerikaner zu wetten.

"Amerika kommt zurück", war die optimistische Botschaft des Präsidenten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. März 2021 um 09:00 Uhr.