In Los Angeles weist ein Mann mit einem Schild den Weg zu einer mobilen Impfstation | EPA

Dritte Corona-Impfung Biden verteidigt den Booster-Shot

Stand: 19.08.2021 10:08 Uhr

Neue Erkenntnisse und steigende Infektionszahlen haben die US-Gesundheitsbehörde zum Umdenken veranlasst. Schon ab Mitte September soll es eine dritte Corona-Impfung geben. Präsident Biden verteidigt den Booster-Shot.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Als Vertreter des Impfstoffherstellers Pfizer Mitte Juli vor einer nachlassenden Wirkung des Corona-Impfstoffs warnten, hielt die US-Gesundheitsbehörde CDC noch dagegen: Die US-Daten würden keinen Beleg dafür liefern, zitierte die "Washington Post". Doch seitdem hat sich etwas verändert.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Auf der täglichen Pressekonferenz kündigte der Leiter des Gesundheitsamtes, Vivek Murthy, jetzt Pläne für einen sogenannten Booster-Shot für alle vollständig geimpften Erwachsenen an, acht Monate nach der letzten Impfung. Schon am 20. September könnte es losgehen. "Der Plan hängt von der unabhängigen Bewertung der Medikamentenaufsicht FDA zur Sicherheit und Wirksamkeit einer dritten Dosis der MRNA-Impfstoffe von BioNTec/Pfizer und Moderna ab", sagte er.

Richtungswechsel aufgrund neuer Erkenntnisse

Als Grund für den Richtungswechsel nennt Murthy neue Daten. Danach lasse der Schutz vor einer leichten oder moderaten Corona-Erkrankung mit der Zeit nach. Und die Mediziner führen das hohe Infektionsrisiko der Delta-Variante an. Bei vollständig geimpften älteren Menschen und Erwachsenen, deren Immunsystem kompromittiert ist, sind auch in den USA in einzelnen Fällen schwere Covid-Erkrankungen aufgetreten.

Biden verteidigt dritte Impfung

US-Präsident Joe Biden verteidigte im Weißen Haus die Pläne: "Es gibt einige Staats- und Regierungschefs, die sagen, Amerikaner sollten nicht die dritte Impfung erhalten, während andere Staaten noch nicht einmal die erste Dosis verabreichen. Ich stimme dem nicht zu. Wir können uns um Amerika kümmern und gleichzeitig der Welt helfen."

Im Juni und Juli hätten die Vereinigten Staaten 50 Millionen Dosen verabreicht und 100 Millionen Dosen exportiert. Die stark steigende Zahl der Corona-Fälle in den USA brachte Biden aber vor allem mit einem geringem Interesse in Verbindung, sich überhaupt impfen zu lassen, zum Beispiel in Staaten wie Arkansas und Alabama.

Die Regierung in Washington setzt deshalb auf Vorschriften - zum Beispiel in bestimmten Pflegeheimen. "Wenn Sie in einem Pflegeheim arbeiten, das über die Krankenversicherung des Bundes Medicare oder Medicaid finanziert wird, müssen Sie sich impfen lassen", stellte Biden klar.

Zuvor hatten Bundesstaaten wie Maryland begonnen, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen Impfungen vorzuschreiben. Dort gilt für Angestellte eine Frist bis zum 1. September. Die US-Behörden melden derzeit landesweit im Schnitt 140.000 neue Corona-Fälle pro Tag.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 19. August 2021 um 09:07 Uhr.