Joe Biden auf einer Gedenkfeier zum 11 September. | AP

20 Jahre nach den Anschlägen USA gedenken der Opfer von 9/11

Stand: 11.09.2021 18:25 Uhr

20 Jahre liegen die Terroranschläge zurück, die Erinnerung an sie ist jedoch weiter wach. Mit zahlreichen Veranstaltungen gedenken die USA heute der Opfer. Präsident Biden will im Laufe des Tages alle Anschlagsorte besuchen.

In den USA steht der Tag im Zeichen des Gedenkens an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Im ganzen Land gibt es Trauerfeiern. Die zentrale Gedenkveranstaltung in New York begann um 08:46 (Ortszeit) am "Ground Zero" mit der Nationalhymne und einer Schweigeminute. Genau zu dieser Uhrzeit hatten islamistische Terroristen vor 20 Jahren das erste von vier entführten Flugzeugen in den Nordturm des World Trade Centers im Süden Manhattans gesteuert. Insgesamt kamen bei den Anschlägen fast 3000 Menschen ums Leben.

Namen der Opfer verlesen

Nach der Schweigeminute begannen Angehörige mit der Verlesung der Namen aller Opfer. An die Anschläge solle nicht mit Zahlen oder Daten erinnert werden, sondern es solle an "ganz normale Menschen" gedacht werden, sagte Mike Low, dessen Tochter Sara als Flugbegleiterin in einem der Flugzeuge gearbeitet hatte. "In den vergangenen 20 Jahren hat meine Familie unglaubliches Leid erfahren bei dem Gedanken an die Leben, die nicht mehr gelebt werden konnten."

Low erinnerte aber auch daran, dass Menschen, insbesondere Rettungskräfte, damals "über sich hinaus gewachsen seien". Unterbrochen wurde die Verlesung der Namen von einer zweiten Schweigeminute - genau zu der Zeit, in der an jenem Septembertag 2001 ein zweites Flugzeug in den Südturm geflogen war. Danach sang der US-Musiker Bruce Springsteen sein Lied "I'll See You In My Dreams".

Geplant sind insgesamt sechs Schweigeminuten - zur Erinnerung an die Einschläge von zwei Flugzeugen im World Trade Center, den Einsturz der beiden Türme, den Einschlag eines weiteren entführten Flugzeugs im US-Verteidigungsministerium vor den Toren von Washington und den Absturz einer vierten entführten Maschine in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania.

Biden, Obama und Clinton nehmen teil

Zur Trauerfeier an der New Yorker Gedenkstätte "Ground Zero" kamen neben dem Präsidenten Joe Biden und First Lady Jill Biden auch zahlreiche Angehörige von Opfern sowie Überlebende. Auch die ehemaligen Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton waren mit ihren Ehefrauen anwesend. Obama sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und gedachte den damaligen Einsatzkräften und dem US-Militär. Eine Rede Bidens war bei dieser Veranstaltung nicht vorgesehen.

Parallel zur Gedenkveranstaltung in New York begann am Samstagmorgen auch am Pentagon eine Trauerfeier. Die Bidens werden im Verlauf des Tages alle Anschlagsorte von 9/11 besuchen: Nach der Zeremonie in New York will Biden erst nach Shanksville reisen und dann das Pentagon besuchen.

Bush in Pennsylvania

George W. Bush, der am 11. September US-Präsident war, nahm an der Gedenkveranstaltung in Pennsylvania teil. Es sei ein Tag extrem gemischter Gefühle gewesen, sagte Bush bei einer Ansprache. Es habe Entsetzen geherrscht "angesichts des Ausmaßes der Zerstörung" und "der Kühnheit des Bösen", gleichzeitig habe es wegen des Heldenmutes der Einsatzkräfte, des Militärs und der plötzlichen Solidarität und gegenseitigen Hilfe unter Amerikanern "Dankbarkeit" und "Ehrfurcht" gegeben. "Wir waren stolz auf unser verwundetes Land", so Bush.

Botschaft der Einheit

Im Vorfeld der Gendenkveranstaltungen hatte US-Präsident Biden das Land in einer Videobotschaft zum 20. Jahrestag der Terroranschläge zur Einheit aufgerufen. "Das ist für mich die zentrale Lektion von 9/11. Wenn wir am verletzlichsten sind (...), ist Einheit unsere größte Stärke", sagte Biden. Dies bedeute nicht, "dass wir alle dasselbe glauben müssen, aber es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig respektieren und aneinander glauben", so der demokratische Präsident in der rund sechsminütigen Botschaft, die im Weißen Haus aufgezeichnet wurde.

Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida hatten vor 20 Jahren drei entführte Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers und in das US-Verteidigungsministerium vor den Toren der Hauptstadt Washington geflogen. Eine vierte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania ab, nachdem Passagiere sich gegen die Entführer aufgelehnt hatten. Die schlimmsten Anschläge der US-Geschichte erschütterten die Weltmacht schwer, der damalige republikanische Präsident Bush rief in der Folge den "Krieg gegen den Terrorismus" aus.

Zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land

Neben den offiziellen Gedenkfeiern gibt es heute im ganzen Land Trauergottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und Schweigeminuten im Gedenken an die Anschläge und die Tausenden Todesopfer. So wollen beispielsweise die Musiker der New Yorker Metropolitan Oper am Abend zum Gedenken an die Toten das "Requiem" von Giuseppe Verdi aufführen.

Außerdem sollen zahlreiche bekannte Gebäude in der Millionenmetropole blau angestrahlt werden, unter anderem das Empire State Building. Dort, wo einst die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, ragen für einige Nächte zwei blaue Lichtsäulen aus dem Boden empor.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. September 2021 um 15:00 Uhr.

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Moderation 11.09.2021 • 18:48 Uhr

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