Mia Mottley, Premierministerin von Barbados, bei einer Kundgebung nach dem Wahlsieg der Labour-Partei. | EPA

Parlamentswahl Barbados' Labour-Partei kann allein regieren

Stand: 20.01.2022 19:37 Uhr

Erst seit Ende November ist Barbados eine Republik - nun hat der junge Staat Parlamentswahlen abgehalten. Premierministerin Mottleys Labour-Partei siegte auf ganzer Linie. Sie muss sich mehreren Krisen stellen.

Von Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Premierministerin Mia Mottley hat mit ihrer Labour-Partei bei den Parlamentswahlen in Barbados alle 30 Sitze erlangt und ist damit im Amt bestätigt worden. Mottley wurde für eine zweite Amtszeit vereidigt. Sie hatte den Urnengang mit der Begründung vorgezogen, dass der Karibikstaat tief gespalten sei und es Einigkeit bedürfe.

Anne Demmer

Eigentlich hätten die nächsten Wahlen erst in rund einem Jahr stattfinden sollen. Viel Kritik hatte es dafür von der Opposition gegeben, die versucht hatte die Wahlen noch im letzten Moment zu stoppen, da viele Barbadier wegen der grassierenden Omikron-Variante zu Hause bleiben würden.

Erste weibliche Regierungschefin

Ende letzten Jahres hatte Mottley für viel Aufmerksamkeit gesorgt, als sie die Unabhängigkeit Barbados' von der britischen Krone erklärte und den kleinen Karibikstaat mit 300.000 Einwohnern zur Republik erklärte. Sie war bei der vorherigen Wahl 2018 die erste weibliche Regierungschefin des karibischen Inselstaates geworden.

Das Land leidet unter den Folgen der Pandemie und dem damit einhergehenden Einbruch der Einnahmen im Tourismus-Sektor, von dem das Land maßgeblich abhängt. Bei dem letzten UN-Klimagipfel in Glasgow hatte Mottley eindringlich dazu aufgerufen, sich für die besonders vom Klimawandel betroffenen Länder einzusetzen, zu denen Barbados selbst gehört: 1,5 Grad globaler Temperaturanstieg seien das Limit, das die kleinen Inselstaaten zum Überleben verkraften könnten - zwei Grad seien ihr Todesurteil, warnte sie.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 19. Januar 2022 um 13:21 Uhr.