Bild der getöteten Kamerafrau Hutchins | AP

Erschossene Kamerafrau Polizei informiert über Set-Unfall

Stand: 25.10.2021 08:07 Uhr

Die US-Polizei hat erste Details aus den Untersuchungen zum Tod der Kamerafrau Hutchins während eines Western-Drehs veröffentlicht. In Hollywood werden Forderungen laut, scharfe Munition an Filmsets zu verbieten.

Nach dem tödlichen Schuss von Schauspieler Alec Baldwin bei einem Filmdreh hat die Polizei erste Details aus zwei Untersuchungsberichten bekannt gegeben. Demnach hatte ein Regieassistent Schauspieler Baldwin bei der Übergabe der Pistole versichert, dass es sich um eine "kalte Waffe" ohne Munition handele. Der Assistent habe nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte, heißt es in dem Bericht weiter.

Der zweite Bericht zitiert Aussagen des bei dem Unfall ebenfalls verletzten Regisseurs Joel Souza. Dieser hatte bestätigt, dass am Donnerstagmorgen eine neue Kameracrew engagiert werden musste, weil ein davor eingesetztes Team die Produktion verlassen hatte. Die "Los Angeles Times" hatte berichtet, dass sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert und aus Protest die Produktion verlassen haben sollen.

Berichte über Sicherheitsverletzungen

Der bekannte US-Schauspieler Baldwin hatte am Donnerstag die 42 Jahre alte Kamerafrau Halyna Hutchins während der Dreharbeiten für den Western "Rust" im US-Bundesstaat New Mexico offenbar versehentlich erschossen, als er eine Requisitenwaffe abfeuerte.

Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe gab, habe bereits bei einer früheren Produktion Sicherheitsstandards verletzt, hatte am Sonntag eine Technikerin für Spezialeffekte und Pyrotechnik dem Sender NBC gesagt. US-Medien berichteten zudem über Kritik an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin, die für die ordnungsgemäße Handhabung aller Waffen am Set zuständig war. "Rust" war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war. Beide Set-Mitarbeiter sind nun offenbar im Fokus der Ermittler.

Debatte über Verbot von Schusswaffen

Derweil mehren sich in Hollywood die Rufe nach einem Verbot von gefährlichen Schusswaffen an Filmsets. Eine Petition auf der Website change.org, die ein Schusswaffenverbot und bessere Arbeitsbedingungen für Filmteams forderte, wurde von mehr als 15.000 Menschen unterschrieben. Darin hieß es, es gebe "keine Entschuldigung dafür, dass so etwas im 21. Jahrhundert passiert".

Der demokratische Abgeordnete im kalifornischen Senat, Dave Cortese, forderte ein Gesetz, das scharfe Munition an Filmsets in Kalifornien verbietet. Der Bundesstaat ist Dreh- und Angelpunkt der US-Filmbranche. Erste Produktionen reagierten bereits: Das Polizeidrama "The Rookie" aus Los Angeles beschloss mit sofortiger Wirkung, scharfe Munition vom Set zu verbannen, wie das Branchenblatt "The Hollywood Reporter" berichtete.

Treffen mit Hinterbliebenen

Schauspieler Baldwin traf sich mittlerweile mit dem neunjährigen Sohn und dem Ehemann der getöteten Kamerafrau Hutchins. Die Zeitung "New York Post" veröffentlichte ein Foto, das zeigen soll, wie Baldwin am Samstag bei dem Treffen an einem Hotel in Santa Fe den Mann von Hutchins umarmt.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 25. Oktober 2021 um 07:26 Uhr.