Feuer im Amazonas | REUTERS

Amazonas-Gebiet Höchste Zahl an Bränden seit 14 Jahren

Stand: 02.07.2021 13:47 Uhr

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet haben im Juni mehr als 2300 Waldbrände gewütet - so viele wie seit 14 Jahren nicht mehr. Umweltschützer geben Präsident Bolsonaro die Schuld an der Katastrophe.

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet sind nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) im Juni 2308 Brände registriert worden. Das seien 2,6 Prozent mehr als im Juni 2020, als die Zahl der Brände bereits einen Rekord erreicht hatte - und so viele wie seit Juni 2007 nicht mehr. Damals waren es über 3500 Feuer gewesen.

Im gesamten Jahr 2020 verzeichnete INPE für das brasilianische Amazonas-Gebiet 103.000 Brände - ein Anstieg von fast 16 Prozent im Vorjahresvergleich.

Laut Umweltschützern und Klima-Aktivisten ist das Risiko für Brände zu Beginn der Trockenzeit im Amazonas-Gebiet besonders hoch. Am Anfang des amazonischen Sommers gebe es mehrere Monate lang einen natürlichen Rückgang der Niederschläge, hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Brasilien.

Abbrennen von Flächen für 120 Tage verboten

Greenpeace bringt die Brände mit der Abholzung des Regenwaldes und dem Klimawandel in Verbindung: "Wir leben in einem sehr traurigen Moment für den Wald und seine Völker." Diese würden von allen Seiten angegriffen - sei es von Holzfällern und Goldgräbern, die in ihre Gebiete vordringen, oder durch die Handlungen und Unterlassungen des Kongresses und der Regierung.

Am Dienstag hatte die brasilianische Regierung das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet für 120 Tage verboten - ebenso wie im vergangenen Jahr, als die Brände dennoch weiter wüteten.

Regenwald bedeutend für den Klimaschutz

Ob Brasilien tatsächlich seine Bemühungen gegen die Zerstörung erhöht, ist fraglich. Präsident Jair Bolsonaro gilt als Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung des Amazonas-Gebiets. Er geriet wegen verheerender Brände wiederholt heftig in die Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Zerstörung in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zu erschließen.

Der Amazonas-Regenwald ist für den Klimaschutz von zentraler Bedeutung - er gilt als "grüne Lunge" der Erde. Die Bäume können CO2 aufnehmen und speichern. Wenn sie jedoch abbrennen, absterben oder abgeholzt werden, gelangt das Treibhausgas wieder in die Atmosphäre.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2021 um 14:00 Uhr.

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Moderation 02.07.2021 • 21:57 Uhr

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